Offenstallwissen

Offenstallwissen

​Mehr Bewegung durch verteilte Heufütterung

Veterinäramt Hannover fördert Offenstallhaltung

​Veröffentlicht am ​​​​​1.​​​4.201​​​​6

In unserem Paddock Trail 1 haben die Pferde ihre Eigenschaft als Energiesparer in den letzten Monaten extrem ausgebaut. Bewegung war fast überhaupt nicht mehr zu sehen. Bei der Fütterung von Heu in Großraufen ist das sicherlich immer ein Problem. Trotzdem sieht man bei uns in den anderen Herden  die Pferde immer mal auch abseits der Raufen, verteilt auf der Fläche dösen, schlafen oder spielen. Unsere PT1-Herde stand jedoch fast immer geschlossen an einer der beiden gefüllten Großraufen. GPS-Messungen ergaben frustrierende 2-4 km in 24 Stunden.


Der Paddock Trail ist folgendermaßen aufgebaut:

Heufütterung Offenstall

Es gibt drei große Heuraufen. Da wir auf die Fütterung von Rundballen umstellen mussten, können wir immer nur 2 Raufen befüllen (die gelb eingekreisten), da das Heu sonst zu lange in den Raufen liegt und bei feuchtem Wetter zu stark an Qualität verliert.

Um die Pferde auf größere Runden zu schicken, haben wir das kleine gelbe Stück Zaun eingefügt. Sie können somit zum Beispiel von der rechten Heuraufe nicht direkt zur Wasserfurt laufen.


Ein typisches GPS-Bild sah so aus (es sind 2,81 km in 24h):

Heufütterung Offenstall

​Ein typisches „Pferdebild“ so:

Heufütterung Offenstall

In dieser Herde kamen mehrere Punkte ungünstig zusammen:


Die Leitstute (dominant und immer mal zickig) hatte die Herde verlassen. Es fehlte auf der einen Seite etwas Sicherheit (man bleibt daher jetzt mal lieber zusammen), auf der anderen Seite war es nun extrem harmonisch (keiner scheuchte die Truppe mal auseinander).


Die Heufressplätze der Nachbargruppe wurden verlegt. Dadurch waren immer viele Pferde (= viel Sicherheit) im Bereich der rechten Heuraufe. Es war also quasi besonders angenehm für die Pferde, sich dort aufzuhalten.


Wegen der deutlichen Verfettung der Pferde hatten wir im letzten Jahr mehrere Monate mit sehr engmaschigen Netzen Heu gefüttert. Auch dieses führte zu langen Fress-Stehzeiten, die jetzt in dieser Gruppe auch bei wieder größeren Maschen beibehalten wurden (die Macht der Gewohnheit).


Was also tun? Wir haben versuchsweise an vier weiteren Stellen kleine Heustationen eingerichtet (grüne Kreise in dem folgenden Bild):

Heufütterung Offenstall

​In die eigentlich leere linke Raufe haben wir einen Heukorb ​hinein gehängt:

Heufütterung Offenstall

In der Mitte des Trails standen auf beiden Seiten des Trennzauns kleine Heukisten (blaue Plastikkiste „the natural feeder„) und eine Holzkiste mit Plastikabdeckung.

Heufütterung Offenstall
Heufütterung Offenstall

​Und an den Pfosten des zusätzlichen Unterstandes wurden noch zwei Heutoys aufgehängt:

Heufütterung Offenstall

​Die Wirkung dieser zusätzlichen Heustationen ist beeindruckend. Die Pferde treffen sich immer noch zu gemeinsamen Fresszeiten an den Großraufen. Gleichzeitig verteilen sie sich jedoch auch immer wieder auf der Fläche. Sie bewegen sich deutlich mehr. Hier ein Beispiel-GPS-Bild (12,9 km in 24 Stunden, nach Abzug der Fehlmessungen sicher immer noch über 10 km)

Heufütterung Offenstall

Die nächste Frage war jetzt natürlich, wie man den zusätzliche Aufwand bewältigen kann. In einem Großbetrieb ist es wirtschaftlich leider nicht möglich, täglich Heutoys zu stopfen und kleine Kisten zu füllen – zumal man es dann auch für alle Gruppen anbieten müsste.

Wir haben daher jetzt den Versuch gestartet, die Einsteller mit einzubinden. Besonders in dieser Gruppe gibt es mehrere Pferdebesitzer, bei denen das Reiten nicht mehr im Vordergrund steht und die sich dafür gerne um das Wohl der Pferde kümmern.


Wir haben daher in unmittelbarer Nähe der beiden kleinen Heukisten ein kleines Heu-Zwischenlager eingerichtet (einen Heuballen auf einer Palette mit einem Schutzüberzug), so dass die Befüllung per Hand mit halbwegs verträglichem Aufwand machbar ist.

Heufütterung Offenstall

Für die Fütterung durch die Einsteller gibt es folgende Vorgabe:


Die großen Raufen werden von uns weiterhin so gefüllt, wie zuvor. Die Pferde sind somit immer versorgt und die Einsteller müssen die kleinen Stationen nicht auffüllen.


Das Auffüllen der kleinen Stationen ist für alle freiwillig. Es soll sich keiner unter Druck gesetzt fühlen. Die Einsteller, die es übernehmen, müssen akzeptieren, dass es allen Pferden zu Gute kommt. Es soll kein „ich fülle immer und xyz gar nicht“ aufkommen.


Bis jetzt scheint es gut zu funktionieren. Ein Treffen mit den Einstellern des PT1 ist bereits geplant, bei dem es dann sicherlich ein ausführlicheres Feedback gibt. Wir hoffen sehr, dass es weiterhin harmonisch realisierbar ist, da es für die Pferde eine deutliche Verbesserung in der Haltung bringt.

​Mehr Bewegung durch verteilte Heufütterung

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​Veröffentlicht am ​​​​​1.​​​4.201​​​​6

In unserem Paddock Trail 1 haben die Pferde ihre Eigenschaft als Energiesparer in den letzten Monaten extrem ausgebaut. Bewegung war fast überhaupt nicht mehr zu sehen. Bei der Fütterung von Heu in Großraufen ist das sicherlich immer ein Problem. Trotzdem sieht man bei uns in den anderen Herden  die Pferde immer mal auch abseits der Raufen, verteilt auf der Fläche dösen, schlafen oder spielen. Unsere PT1-Herde stand jedoch fast immer geschlossen an einer der beiden gefüllten Großraufen. GPS-Messungen ergaben frustrierende 2-4 km in 24 Stunden.


Der Paddock Trail ist folgendermaßen aufgebaut:

Heufütterung Offenstall

Es gibt drei große Heuraufen. Da wir auf die Fütterung von Rundballen umstellen mussten, können wir immer nur 2 Raufen befüllen (die gelb eingekreisten), da das Heu sonst zu lange in den Raufen liegt und bei feuchtem Wetter zu stark an Qualität verliert.

Um die Pferde auf größere Runden zu schicken, haben wir das kleine gelbe Stück Zaun eingefügt. Sie können somit zum Beispiel von der rechten Heuraufe nicht direkt zur Wasserfurt laufen.


Ein typisches GPS-Bild sah so aus (es sind 2,81 km in 24h):

Heufütterung Offenstall

​Ein typisches „Pferdebild“ so:

Heufütterung Offenstall

In dieser Herde kamen mehrere Punkte ungünstig zusammen:


Die Leitstute (dominant und immer mal zickig) hatte die Herde verlassen. Es fehlte auf der einen Seite etwas Sicherheit (man bleibt daher jetzt mal lieber zusammen), auf der anderen Seite war es nun extrem harmonisch (keiner scheuchte die Truppe mal auseinander).


Die Heufressplätze der Nachbargruppe wurden verlegt. Dadurch waren immer viele Pferde (= viel Sicherheit) im Bereich der rechten Heuraufe. Es war also quasi besonders angenehm für die Pferde, sich dort aufzuhalten.


Wegen der deutlichen Verfettung der Pferde hatten wir im letzten Jahr mehrere Monate mit sehr engmaschigen Netzen Heu gefüttert. Auch dieses führte zu langen Fress-Stehzeiten, die jetzt in dieser Gruppe auch bei wieder größeren Maschen beibehalten wurden (die Macht der Gewohnheit).


Was also tun? Wir haben versuchsweise an vier weiteren Stellen kleine Heustationen eingerichtet (grüne Kreise in dem folgenden Bild):

Heufütterung Offenstall

​In die eigentlich leere linke Raufe haben wir einen Heukorb hinein gehängt:

Heufütterung Offenstall

In der Mitte des Trails standen auf beiden Seiten des Trennzauns kleine Heukisten (blaue Plastikkiste „the natural feeder„) und eine Holzkiste mit Plastikabdeckung.

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​Und an den Pfosten des zusätzlichen Unterstandes wurden noch zwei Heutoys aufgehängt:

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​Die Wirkung dieser zusätzlichen Heustationen ist beeindruckend. Die Pferde treffen sich immer noch zu gemeinsamen Fresszeiten an den Großraufen. Gleichzeitig verteilen sie sich jedoch auch immer wieder auf der Fläche. Sie bewegen sich deutlich mehr. Hier ein Beispiel-GPS-Bild (12,9 km in 24 Stunden, nach Abzug der Fehlmessungen sicher immer noch über 10 km)

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Die nächste Frage war jetzt natürlich, wie man den zusätzliche Aufwand bewältigen kann. In einem Großbetrieb ist es wirtschaftlich leider nicht möglich, täglich Heutoys zu stopfen und kleine Kisten zu füllen – zumal man es dann auch für alle Gruppen anbieten müsste.

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Dr. Tanja Romanazzi

Wallrodaer Str. 13

01900 Großröhrsdorf

​T. 035952 28098

F. 035952 28096

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