“Natural Feeder” für den Offenstall im Test

Aus den USA kommt eine Heukiste aus Kunststoff, die ebenfalls das Ziel hat, dass die Pferde im Offenstall möglichst langsam Heu fressen. Das ganze sieht so aus:

Heuraufe Offenstall Gut Heinrichshof
Zum Befüllen wird die Kiste umgedreht, Heu eingefüllt, Schieber geschlossen und die Kiste wieder zurückgerollt. Das geht relativ einfach.
Heuraufe Offenstall Gut HeinrichshofHeuraufe Offenstall Gut Heinrichshof

Das “Gitter” liegt oben auf dem Heu auf. Man bekommt drei verschiedene Gittervarianten mitgeliefert, die sich in ihrer “Maschengröße” unterscheiden. Man beginnt mit den größten Öffnungen und wechselt dann nach einer Eingewöhnungszeit je nach Heuart und Geschicklichkeit der Pferde auf die kleineren Öffnungen.

Dieses aufgelegte Gitter hat etwas Spielraum in der Kiste (ca. 3-4 cm). Das führt dazu, dass die Pferde das Teil etwas hin und her schieben können und damit eine “Brückenbildung” unter den Stegen meistens vermieden wird. (Nur bei sehr kurzem Heu und wenn man zuviel in die Kiste gequetscht hat, hat man auch hier das Problem, dass die Pferde durch die Öffnungen zeitweise nicht an das Heu mehr herankommen und man es erst aufschütteln muss.)

Im leer gefressenen Zustand sieht das dann so aus:

Heuraufe Offenstall Gut HeinrichshofEin weiterer Vorteil im Vergleich zu selbstgebauten Heuraufen aus Holz liegt darin, dass man durch das einfache Umdrehen den Dreck automatisch aus der Kiste heraus bekommt. Sehr positiv sehe ich auch das geringere Verletzungsrisiko. Alle Ecken sind abgerundet und selbst wenn die Kiste von den Pferden im Offenstall mal “herum gekullert” würde (unsere Pferde haben es noch nicht gemacht :-) ), sollte es eigentlich keine Schwierigkeiten geben. Nachteilig finde ich die eher geringe Größe (eine Kiste reicht höchstens für die Heumenge eines Pferdes pro Tag).

Insgesamt ein schöner Ansatz, der auch in einem Offenstall nach dem Prinzip des Paddock Trail gut verwendet werden könnte (mehrere Heukisten verteilt auf dem Track). Das ganze ist natürlich etwas preisintensiv. Man zahlt nicht nur für den gegossenen Kunststoff, sondern natürlich auch für die Idee (die man schließlich auch erst einmal haben muss). Zudem liegen die Frachtkosten ziemlich hoch, auch wenn es inzwischen immerhin einen Vertreter in Großbritannien gibt.

Heuraufe Offenstall Gut Heinrichshof

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Reine Boxenhaltung strafbar?

Das Amtgericht in Starnberg hat eine Reiterin wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zu 180 Tagessätzen á 150,-€ verurteilt. Im Urteil geht es um starken (blutigen) Sporeneinsatz, Rollkur mit Schlaufzügel und Einzelhaltung in Boxen ohne zusätzliche freie Bewegung auf Weide oder Paddock. Ein Bericht darüber findet sich in der aktuellen Cavallo.

Die Reiterszene ist aufgeschreckt. Dr. Dietrich Plewa, der die oben genannte Reiterin als Anwalt vertritt, sagte: “Nach dem Maßstab dieses Urteils wären 50% aller Pferdehaltungen in Deutschland tierschutzwidrig, optimistisch geschätzt”. Wenn man mal ein wenig durch die Reitställe zieht (z.B. wenn man ein Pferd kaufen möchte), dann ist das leider oft traurige Realität. Dunkle Boxen mit eingesperrten Pferden sind keine Seltenheit. Weiterhin sagt Herr Dr. Plewa: “Wenn das Wirklichkeit wird, ist das Pferd als Freizeitpartner in Deutschland erledigt.”

Aus meiner Sicht ist der Begriff “Freizeitpartner” wohl etwas daneben gegriffen, wenn er sich auf Pferde bezieht, wie die der verklagten Reiterin, die 24h Stunden in der Box stehen und bei der einzigen Bewegung, dem Reiten, dann mit Schlaufzügel und Sporen gequält werden. Als Partner fühlen sich solche Pferde sicherlich nicht.

Ich freue mich sehr über das Urteil und hoffe, dass es viele Reiter und Stallbetreiber zum Nachdenken bringt. Auch empfinde ich es als “Rückenwind” für unser Vorhaben auf Gut Heinrichshof, die Boxen so weit wie möglich zurück zu bauen.

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Anton als Bringdienst

Als Argument gegen den Offenstall höre ich manchmal, dass es so zeitaufwendig ist, wenn man sein Pferd erst von der hinteren Ecke des Auslaufs holen muss.

Hier präsentieren wir eine Lösungsmöglichkeit :-) :
Anton als Bringdienst im Offenstall

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Erfahrungen mit unseren Heuraufen mit Gittern

Offenstall Paddock Paradise - HeuraufeIn unserem Offenstall “Paddock Trail 1″ haben wir zur Zeit an zwei von drei Heuraufen das Heu mit einem Gitter abgedeckt, um so zu erreichen, dass die Pferde langsam fressen.

Wir nutzen dazu Gitter (Zaunelemente) aus dem Baumarkt mit einer Maschengröße von 4,5 x 19 cm. Zunächst haben wir die Elemente mit grüner Gummierung genommen (damit es für die Pferdemäuler angenehmer ist). Da die Gummierung jedoch an den Hauptfressstellen ziemlich schnell verschwindet, verwenden wir jetzt “nur” noch die normale verzinkte Variante.

Eine Befestigung des Gitters ist bei unseren Pferden bisher nicht notwendig. Es darf allerdings nur so viel Heu aufgefüllt werden, dass das Gitter sicher in der Kiste liegt. Und die Größe des Gitters sollte natürlich auf die Größe der Kiste so abgestimmt werden, dass an den Seiten nicht zuviel Zwischenraum ist (bei uns sind es ca. 2cm).

Das Ziel des langsamen Fressens wird mit solchen Gittern sehr gut erreicht. Die Pferde ziehen einzelne Halme durch die Gitteröffnungen und sind wunderbar lange beschäftigt.

….ABER….

Leider fressen sie sich auch immer mal wieder an einen “toten Punkt”, an dem sie dann nicht mehr an das Heu heran kommen:

Offenstall Paddock Trail Heuraufe FressgitterOffenstall Paddock Trail Heuraufe Fressgitter

 

 

 

 

Unter einzelnen Gitterstegen bleibt dann quasi eine “Heubrücke” stehen und hält das Gitter zu weit oben und damit auch von dem restlichen Heu zu weit entfernt. Man muss dann also das Heu wieder neu aufschütteln. Danach liegt das Gitter dann wieder auf dem gesamten Heu auf, viele Halme stehen durch das Gitter durch und sind wieder fressbereit.

Offenstall Paddock Trail Heuraufe FressgitterFAZIT: Für Heuraufen im Offenstall, bei denen man problemlos 2-3 mal pro Tag vorbei kommt und das Heu kurz aufschütteln kann, sind diese Gitter als Futterbremse sehr gut geeignet. Sie verlangsamen das Fressen deutlich mehr als Heunetze.

Für Heuraufen, bei denen diese zusätzlichen Arbeiten nicht möglich sind, ist eine Abdeckung mit Netzen besser. Hierzu kann man einen Metallrahmen verwenden, in den ein engmaschiges Heunetz eingespannt wird. Dieser Rahmen wird dann ähnlich wie das Gitter auf das Heu aufgelegt.

Auf Gut Heinrichshof werden wir zukünftig beide Varianten folgendermaßen verwenden:

In den neuen Minilaufställe wird eine Heukiste mit Netzabdeckung im Stallbereich stehen und eine Heukiste mit Gitterabdeckung im Paddock. In den Paddock Trails werden wir jeweils 2 Raufen mit Netzabdeckung verwenden und eine Heukiste mit Gitterabdeckung.

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Kräuter im Offenstall

Kräuter im OffenstallPferde im Offenstall sollen möglichst naturnah gefüttert werden. Kräuter sind dabei in der Pferdefütterung eine wertvolle Bereicherung. Sie wirken in sanfter Weise regulierend auf viele Stoffwechselvorgänge. Auf den normalen Pferdeweiden und in der Offenstall-Haltung sind leider nicht mehr viele zu finden, so dass in der Regel getrocknete Kräuter zugefüttert werden. Damit kann man schon viel bewirken, dennoch sind natürlich in der lebenden Pflanze weitaus mehr Vitalstoffe enthalten.

Wie bringt man also “lebende” Kräuter in den Offenstall?

Wenn man versucht die Weiden mit Kräutermischungen nachzusähen, so funktioniert das in der Regel nur bedingt. Es werden nur die Pflanzen aufgehen und bleiben, die sich auf dem Boden und in der Umgebung “wohlfühlen” und auch das nur, wenn ausreichend Weidefläche zur Verfügung steht. Die Kräuterwiese muss vor dem tiefen Pferdefrass geschützt werden und die Pflanzen benötigen gegebenenfalls Zeit zum Aussamen.

Eine andere Variante ist das Anlegen von speziellen Kräuterbeeten. Diese können direkt im Offenstall integriert werden. Es sollte ein extra eingezäunter Bereich sein, von dem mit einem flexiblen Zaun kleine wechselnde Anteile den Pferden zugänglich sind. Ist ein Bereich abgefressen, so bekommt er wieder die Möglichkeit nachzuwachsen und eine andere Seite steht den Pferden zur Verfügung.

Solche Kräuterbeete funktionieren natürlich nur, wenn die Pferde als Dauerfresser im Offenstall die Möglichkeit haben, jederzeit (kleine Mengen) Heu zu fressen, zum Beispiel über Heuraufen mit engmaschigen Netzen. Ansonsten würden die Kräuter aus Mangel an anderen kaubaren Alternativen gnadenlos vernichtet und damit dann auch eventuell zu viel gefressen (Vorsicht!)

Welche Kräuter eignen sich für Beete im Offenstall?

Es kommen natürlich nur Kräuter in Frage, die auch in etwas größeren Mengen gefressen werden können und die halbwegs einfach gepflanzt und erhalten werden können. Für unsere ersten Versuche (die dieses Jahr im Paddock Trail gestartet werden sollen), habe ich folgende Kräuter ausgewählt.

Frauenmantel: Diese Pflanze ist besonders für Stuten zur Hormonregulierung ausgesprochen hilfreich. Sie wirkt zudem bei leichten Durchfällen und ist auch angezeigt bei Hauterkrankungen.

Klebkraut: Diese Pfanze ist eine wunderbare Hilfe zur Entgiftungskur und zur Anregung des Stoffwechsels. Sie wirkt besonders auf das Lymphsytem, zum Beispiel bei angelaufenen Beinen (… die im guten Offenstall eigentlich gar nicht auftreten :-) Lymphstau, Hufrehe, Harnwegs- und Nierenerkrankungen und den verschiedenen Hauterkrankungen.

Melisse: Die Melisse wirkt beruhigend und krampflösend, entblähend und virenhemmend. Sie ist hilfreich zur Kolikprophylaxe und unterstützt nervöse und unruhige Pferde.

Spitzwegerich: Diese Pflanze gehört zu den “Hustenkräutern”. Sie hilft bei Bronchitis und bei Entzündungen der oberen Luftwege.

Kamille: Diese wunderbare Pflanze wirkt entzündungshemmend und krampflösend und hat eine beruhigende Wirkung auf den gesamten Verdauungsapparat.

Dieses sind bisher theoretische Überlegungen, die jedoch dieses Jahr in die Praxis umgesetzt werden sollen (der entsprechende Bericht erfolgt dann natürlich an dieser Stelle :-) .

Ich denke, dass Kräuterbeete eine schöne Aufwertung für einen Offenstall sind und den Pferden eine weitere naturnahe Abwechslung bieten können. Fraglich ist für mich, ob man mit vertretbarem Aufwand den Offenstall-Pferden diesen Kräutergenuss bieten kann.

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Wenn die frostfreie Tränke einfriert….

Tränke im Offenstall (Aktivstall und Paddock Trail)Obwohl die guten Tränken bis tiefe Minusgrade frostfrei sein sollen, gab es in den vergangenen Nächten Schwierigkeiten. Einige Male war eine dicke Eisschicht auf den Tränken, eines Morgens erwarteten uns überlaufende Tränken und mehrere große und weiter wachsende Eisseen. Im ersten Fall reichte die Heizkraft der Tränken offensichtlich nicht aus, um das Wasser entsprechend frostfrei zu halten. Im zweiten Fall waren die Schwimmer, die den Wasserstand kontrollieren, festgefroren.

Tränke im Offenstall (Aktivstall und Paddock Trail)Was kann man tun? Eine Möglichkeit zur Verbesserung besteht darin, den Schwimmer und damit auch den Wasserstand niedriger einzustellen. Wenn die Tränke nicht randvoll ist, sondern nur dreivierteil gefüllt, dann muss weniger Wasser frostfrei gehalten werden und für die Pferde ist es zum Trinken noch völlig ausreichend. Im zweiten Bild wurde im oberen Teil der Tränke das Abdeckblech aufgeschraubt und man sieht rechts den weißen Plastikschwimmer. Dieser wurde einfach ein kleines Stück tiefer eingestellt.

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Offenstall-Variationen jetzt auch als Bildband

Das Ebook “Offenstall-Variationen. Außergewöhnliches aus aller Welt” ist heute als Bildband frisch aus der Druckerei gekommen. Wer das Lesen am Computer nicht mag, kann es jetzt also auch als gedruckte Variante bekommen:

110 Din A4 Seiten, 291 Fotos, Preis: 37,50 €, ISBN 978-3-934441-39-2

In dem Preis ist Porto und Versand (innerhalb Deutschlands) bereits enthalten. Bei Bestellungen aus dem Ausland wird der entsprechende Auslandsportoanteil zusätzlich berechnet. Das Buch kann direkt bei uns bestellt werden. Dazu bitte eine Email mit Liefer- und Rechnungsanschrift an tr@gut-heinrichshof.de. Für den Verkauf der Bücher gelten diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs).

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Baugenehmigung für den Offenstall

Wenn man seine Pferde zu Hause halten und vielleicht einen kleinen Paddock Trail mit Unterstand bauen möchte und nicht schon auf einem Bauerhof mit Stallungen wohnt, benötigt man eine Baugenehmigung für den Offenstall. Diese zu bekommen, ist oftmals zu vergleichen mit einem Sechser im Lotto. Wer also meint, dass er einfach eine Hütte auf die Weide setzen kann, der irrt sich leider. Die entsprechenden Ämter wollen überzeugt werden.

Was kann man tun, um die Chancen auf eine Baugenehmigung für den Offenstall zu erhöhen?

Man startet mit einer Bauvoranfrage. Da der erste Eindruck zählt, sollte man an dieser Stelle keine Mühe scheuen. Wenn die Entscheidungsträger erst einmal negativ eingestellt sind, hat man es ungleich schwerer. Leider haben Pferdebesitzer bei vielen Menschen ein schlechtes Image. Das sind doch die hochnäsigen Frauen, die von ihren hohen Rössern nicht einmal grüßen können oder vielleicht die unreifen Mädchen, die sich nicht vorstellen können, dass andere Menschen Pferdeäpfel nicht so schätzen. Von einem Offenstall erwartet man häufig eine matschige Wiese, verwahrloste Pferde und Belästigung durch Mistgeruch und Fliegen.

Um eine Baugenehmigung für den Offenstall zu bekommen, muss man diese Vorurteile entkräften

Die Bauvoranfrage sollte daher bereits folgendes beinhalten:

  • Wenn man eine Hütte baut, schafft man quasi eine “versiegelte Fläche”. Dafür sollte man Ausgleichspflanzungen vornehmen. Das heisst in die Planung baut man eine entsprechende Zahl von Obstbäumen oder zum Beispiel eine Bentjes-Hecke mit ein, damit man zeigen kann, dass man aktiv etwas für die Natur tun möchte.
  • Die Lagerung und der Abtransport des Mistes sollte bereits geklärt sein und in der Bauvoranfrage mit dargestellt werden. Natürlich muss es sich an den gesetzlichen Vorgaben orientieren. Damit zeigt man auch, dass man diese überhaupt kennt und berücksichtigt.
  • Eine schriftliche Bestätigung aller Nachbarn, dass sie mit dem Vorhaben einverstanden sind. Dieses zeigt, dass man an das Wohl der Mitmenschen denkt. (Und beim eigentlichen Bauantrag müsste man es ohnehin erledigen).
  • Eine exakte Planung des Offenstalls mit Liegebereich, Futterstellen, Tränke und befestigten Flächen, die sich an den aktuellen Anforderungen des jeweiligen Bundeslandes richtet. Damit sollte man herausarbeiten, das es sich hier nicht um einen matschige und gammelige Variante handelt, sondern um einen sauberen und durchdachten Offenstall. Gut sind auch Fotos, in die man die geplante Hütte, Futterplätze, Tränke, Mistplatz etc. einzeichnet.
  • Einen Sachkundenachweis. Diesen kann man zum Beispiel als Wochenendseminar bei der FN ablegen. Damit kann man deutlich machen, dass umfangreiche Kenntnisse vorhanden sind und der Ort mit einer kompetenten Stallführung rechnen kann.

Hilfreich ist es zudem, bei den zuständigen Behördenstellen einmal persönlich vorbeizuschauen, eine möglichst guten Eindruck zu hinterlassen (also nicht unbedingt mit den Stallklamotten :-) ) und nachzufragen, welche Unterlagen gewünscht sind und ob irgendetwas besonders zu beachten ist.

Auf diese Art und Weise haben Sie natürlich noch keine Baugenehmigung sicher, aber Sie haben Ihre Chancen deutlich gesteigert.

Im Forum “Reitforum.de” im Thread “alles-rund-um-den-Offenstall-planung-und-bau” beschreibt ein Teilnehmer eine erfolgreiche Baugenehmigung für den Offenstall.

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Neuer Offenstall: Paddock Trail Nr. 2

Wir planen einen neuen Offenstall nach dem Prinzip des Paddock Paradise: unseren Paddock Trail Nr. 2.  Die Ausführung soll dieses Jahr im Mai beginnen. Natürlich möchten wir die Erfahrungen mit unserem ersten Paddock Trail so gut wie möglich berücksichtigen.

Folgende Anforderungen müssen bei diesem Offenstall erfüllt werden

Auf der zur Verfügung stehenden Fläche müssen weiterhin drei Weiden für Boxen- und Minilaufstallpferde zur Verfügung stehen und damit von außen zugänglich bleiben.

Der Offenstall soll in zwei Ausbaustufen realisiert werden. Dieses Jahr sollen 6 Pferde Platz haben und 2013 soll er insgesamt bis zu 12 Pferde aufnehmen können.

Aktuelle Offenstall-Planung

Die aktuelle Planung sieht folgendermaßen aus: Planung neuer Offenstall: Paddock Trail 2

Ganz oben links ist der Eingang (“Tor”), rechts und links kommen dann zwei Unterstände. Wir haben uns für zwei kleinere Unterstände entschieden statt eine größere Hütte, weil so verschiedene Windrichtungen berücksichtigt werden können und weil Pferde, die sich vielleicht nicht so gut verstehen, sich besser aus dem Weg gehen können.

Von den Unterständen aus soll der Track in beide Richtungen mit Schotter befestigt werden, so dass die Pferde notwendigerweise mehrfach am Tag über diesen harten Boden laufen müssen.

Mittig vor den beiden Unterständen soll ein zusätzliches Dach aufgestellt werden. Hier kann man im Winter bei extremen Wetter eine zusätzliche Heuraufe platzieren. Im Sommer dient es als Schattenspender.

Läuft man nun den Track entlang, so kommt man zu einer Fläche, die mit einem Hügel, einer Wasserfurt und einem Sandplatz bestückt werden soll. Hier ist zusätzlich eine frostfreie Tränke (blauer Kreis). Damit ist der vordere Teil des Paddock Trails abgeschlossen. Dieser Teil soll in der ersten Stufe dieses Jahr realisiert werden.

Im folgenden Jahr führt dann der Track quasi in einer Doppelspur, die als Wellenbahn gebaut werden soll, mittig durch zwei Boxenweiden und verläuft dann um die anderen Weiden herum. Die Heufütterung in diesem Offenstall erfolgt auf vier Stellen verteilt auf dem Track, natürlich in möglichst großer Entfernung zu dem Wasser. Heu ist der größte Bewegungsanreiz für die Pferde.

Es soll noch ein großer Sandwälzplatz in der Mitte angelegt werden und natürlich auch wieder ein Platz mit Lecksteinen. Für die Pferde dieses Offenstalls stehen dann zwei innere Weiden zur Verfügung, die abwechselnd stundenweise genutzt werden.

Dieses ist unsere aktuelle Planung. Da man sich jedoch ständig mit dem Thema beschäftigt, kann sich natürlich bis Mai noch allerlei ändern. Wichtig ist dann nur das Ergebnis: ein Offenstall, in dem sich sowohl ranghohe als auch rangniedere Pferde wohlfühlen und der zu viel Bewegung motiviert UND der auch den Pferdebesitzern gefällt.

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Ist der Offenstall winterfest?

Unser Offenstall “Paddock Trail”

Im Sommer ist fast jeder Offenstall schön. Erst im Winter erkennt man, ob die Planungen aufgehen, ob die Pferde sich genügend bewegen, ob die Heufütterung für alle gut funktioniert, ob genügend geschützte Liegeflächen vorhanden sind und ob die Bodenbefestigung ausreicht.

Unsere Aktivställe haben schon mehrere Winter hinter sich. Hier ist alles im grünen Bereich (naja…hier und da gibt es natürlich auch noch Ideen zur Verbesserung :-) ). Unser Paddock Trail wurde jedoch erst dieses Jahr im Mai neu gebaut und da sind wir schon gespannt, ob es im Winter ebenso gut funktioniert, wie im Sommer. Also sehen wir einmal etwas genauer hin.

Bodenbefestigung im Offenstall

Während der langen und trockenen Herbstmonate konnte man fast vergessen, dass es so etwas wie Schlamm geben könnte. Aber leider, nach zwei Regentagen, holt einen die Bodenbefestigung im Offenstall / Paddock TrailRealität schnell genug wieder ein. Bei uns war der hintere Track bisher unbefestigt gewesen. Nur um die Heuraufen herum hatten wir Kunststoffraster verlegt. Da wir jeden Tag zum Abäppeln mit dem Hoftruck auf dem Track fahren, hatten wir nach kürzester Zeit einen Schlammtrack mit tiefen Fahrspuren. Und nach der ersten Nacht mit Bodenfrost hatten die Pferde ziemliche Mühe auf dem stark unebenen Boden zu gehen.

Aus diesem Grund haben wir nun am inneren Rand eine 1m-breite Spur mit Kunsstoffrastern befestigt. Die Pferde freuen sich und laufen seitdem “auf dem Laufsteg”. Nur der Hoftruck muss weiterhin im Schlamm fahren. Warum nur 1m breit? Zum einen natürlich wegen der Kosten für die Raster. Zum anderen möchten wir aber auch für “normales” Wetter den Naturboden  zum toben und rennen behalten. Wenn die Pferde im Offenstall nur auf Sand laufen, ist der Abrieb-Effekt bei den Hufen meist zu stark, so dass Barfuss-Pferde Probleme bekommen.

Ausreichende Liegeflächen

Offenstall / Paddock Trail LiegeflächeSolange es keinen Frost gibt, liegen die Pferde im Offenstall nach unserer Erfahrung am liebsten im Sand unter freien Himmel. Ist der Sand jedoch erst einmal fest und hart gefroren, fällt diese Möglichkeit weg und man sollte den Pferden andere Liegemöglichkeiten anbieten.

Unterstand im Offenstall / Paddock TrailWir haben in unserer Hütte über den Winter einen Teil mit Spänen eingestreut, was von den Pferden (wie auf dem Foto zu sehen) gerne angenommen wird. Zudem haben wir Lamellenvorhänge vor die eine Hälfte des Unterstandes angebracht (der Teil, der auch als Putzplatz genutzt wird), um Pferden und Besitzern mehr Schutz bei kaltem und windigem Wetter zu bieten

Wasser auch bei Frost

Natürlich benötigen die Pferde im Offenstall auch bei tiefen Minusgraden frisches Wasser. Hier hilft nur eine frostfreie Tränke oder mehrmals am Tag Wasser schleppen. Wir haben uns für die erste Möglichkeit entschieden und nutzen das Modell BIGCHO 80W von der Firma HIT, das sich auch bei den Aktivställen schon bestens bewährt hat.

Heufütterung im Offenstall

Da das Gras im Winter ja leider wegfällt, kommt der Heufütterung eine große Bedeutung zu. Die Pferde sollen möglichst lange Heu fressen (wichtig für die Verdauungsorgane, da das Pferd von Natur aus ein Dauerfresser ist) ohne zu verfetten. Wichtig ist also viel Bewegung, die man natürlich am besten über den Futterreiz “Heu” motiviert und Offenstall Heufütterung im Paddock Trailgleichzeitig ein engmaschiger Zugang, damit die Pferde nicht zu schnell fressen. In unserem Paddock Trail erfolgt die Heufütterung über drei verteilte Raufen auf dem hinteren Track. Dieses funktioniert sehr gut …. solange kein hoher Schnee liegt.

Bei viel Schnee können wir leider die Raufen mit dem Hoftruck nicht mehr füllen. Um die Pferde auch bei Extrem-Wetter versorgen zu können, haben wir daher eine weitere überdachte Raufe in der Nähe des Eingangs gebaut. Dabei können wir die eigentliche Raufe (Kiste auf dem Bild) zum Frühjahr einfach entfernen und die Pferde haben dann mit dem Dach noch einen weiteren Schattenspender oder Regenschutz.

So, der Winter kann kommen. Unser Offenstall “Paddock Trail” ist hoffentlich passend gerüstet.

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