Offenstallwissen

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​Ziel optimale Pferdeweide: Erfahrungen mit Nachsäen

Veterinäramt Hannover fördert Offenstallhaltung

​Veröffentlicht am ​​​​​​9.​​​​5.201​​​​​5

Inzwischen hat es sich herum gesprochen, dass typischen Hochzuchtgräser, wie z.B. Weidelgras oder Rohrschwingel, für Pferde große Nachteile haben (hohe Fruktangehalte, Anfälligkeit für Endophyten mit entsprechenden Endophytengifte) und dass man daher auf Pferdeweiden andere Gräser bevorzugen sollte.

Die wenigsten von uns können es sich jedoch leisten, ganze Weiden umzubrechen, neu einzusäen und mindestens ein Jahr in Ruhe zu lassen und da scheint das Nachsäen in eine bestehende Grasnarbe eine gute Lösung zu sein. Die Werbung suggeriert eine vollkommene Kräuterwiese, wenn man nur die passende Menge Samen kauft und verstreut. Aber so einfach ist das natürlich nicht :-/ .


Die Samen benötigen als erstes guten Kontakt zum Erdboden und auch entsprechendes Wetter zum keimen (nicht zu kalt, nicht zu trocken). Wir haben dieses Jahr auf zwei Weiden nachgesät. Auf einer großen Fläche haben wir einen Landwirt mit einer speziellen Sämaschine zur Direkteinsaat beauftragt (solche Geräte werden verwendet, wenn vorher keine Bodenbearbeitung stattfinden soll). Dieses Gerät schlitzt die Grasnarbe auf und legt die Samen in diese Schlitze ein.

Nachsäen Offenstall

​Wenn man genau hinsieht, erkennt man in den Schlitzen die Samenkörner:

Nachsäen Offenstall

​Und hier eine Reihe aufgegangener Gräser:

Nachsäen Offenstall

Auf einer anderen kleinen Weide habe ich versucht per Hand Samen auf die Stellen zu streuen, an denen Erde ohne Bewuchs sichtbar war. Dieses war nur wenig erfolgreich, was vermutlich vor allem an der extremen Trockenheit lag. An den meisten Stellen habe ich von den Samen nichts mehr gesehen. Auf dem folgenden Foto sieht man eine Ausnahme. Hier haben sich die Samen in die durch Trockenheit gebrochene Erde gesetzt und hatten dort offensichtlich verträgliche Keimbedingungen.

Nachsäen Offenstall

Also ​erstes Fazit: einfach „drüberstreuen“ ist wenig erfolgreich. Die Erde sollte in irgendeiner Form etwas aufgeraut werden, so dass die Samen passendes Anschluss bekommen, vor allem, wenn kein optimales Wetter herrscht.


Im Frühjahr 2014 hatten wir bereits auf einer anderen Fläche eine „Pferdeweidemischung mit Kräutern“ nachsäen lassen. Dabei hatten wir die Fläche nur mit einer Wiesenegge etwas abgezogen und dann mit einer „normalen“ Sämaschine die Samen verteilen lassen. Hier sah man letztes Jahr dann im Sommer eine deutlich größere Vielfalt an Gräsern und auch ein paar Kräuter. Wir haben diesen Streifen bis Anfang August geschont und dann einmal abfressen lassen.

Dieses Jahr kann man den Streifen in der Fläche noch erkennen. Zwischen den markierten braunen Strichen sieht man vermehrt von oben dunkler aussehende Gräser. Dieses ist Knaulgras, welches sich in dem Streifen relativ gut vermehrt hat. Von den anderen Kräutern oder Grassorten ist fast nichts mehr zu finden.

Nachsaeen Offenstall

Dies bedeutet also, dass das vorherrschende Mileu im Boden und eventuell auch die einmalige Pferdenutzung nur für das Knaulgras angemessen war. Die anderen haben den bestehenden Zustand für schlecht befunden und sich wieder verabschiedet. Wenn ich auf dieser Weide auch die restlichen Flächen nachsäen wollte, dann wäre es (ohne weitere Änderung von Boden oder Nutzung) aus Kostengründen sinnvoll, nur Knaulgras zu nehmen.


Zweites Fazit: Art und Zustand es Bodens und die Stärke der Nutzung bestimmen, welche Samen sich vermehren können.

​Ziel optimale Pferdeweide: Erfahrungen mit Nachsäen

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​Veröffentlicht am ​​​​​​9.​​​​5.201​​​​​5

Inzwischen hat es sich herum gesprochen, dass typischen Hochzuchtgräser, wie z.B. Weidelgras oder Rohrschwingel, für Pferde große Nachteile haben (hohe Fruktangehalte, Anfälligkeit für Endophyten mit entsprechenden Endophytengifte) und dass man daher auf Pferdeweiden andere Gräser bevorzugen sollte.

Die wenigsten von uns können es sich jedoch leisten, ganze Weiden umzubrechen, neu einzusäen und mindestens ein Jahr in Ruhe zu lassen und da scheint das Nachsäen in eine bestehende Grasnarbe eine gute Lösung zu sein. Die Werbung suggeriert eine vollkommene Kräuterwiese, wenn man nur die passende Menge Samen kauft und verstreut. Aber so einfach ist das natürlich nicht :-/ .


Die Samen benötigen als erstes guten Kontakt zum Erdboden und auch entsprechendes Wetter zum keimen (nicht zu kalt, nicht zu trocken). Wir haben dieses Jahr auf zwei Weiden nachgesät. Auf einer großen Fläche haben wir einen Landwirt mit einer speziellen Sämaschine zur Direkteinsaat beauftragt (solche Geräte werden verwendet, wenn vorher keine Bodenbearbeitung stattfinden soll). Dieses Gerät schlitzt die Grasnarbe auf und legt die Samen in diese Schlitze ein.

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​Wenn man genau hinsieht, erkennt man in den Schlitzen die Samenkörner:

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​Und hier eine Reihe aufgegangener Gräser:

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Auf einer anderen kleinen Weide habe ich versucht per Hand Samen auf die Stellen zu streuen, an denen Erde ohne Bewuchs sichtbar war. Dieses war nur wenig erfolgreich, was vermutlich vor allem an der extremen Trockenheit lag. An den meisten Stellen habe ich von den Samen nichts mehr gesehen. Auf dem folgenden Foto sieht man eine Ausnahme. Hier haben sich die Samen in die durch Trockenheit gebrochene Erde gesetzt und hatten dort offensichtlich verträgliche Keimbedingungen.

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Also ​erstes Fazit: einfach „drüberstreuen“ ist wenig erfolgreich. Die Erde sollte in irgendeiner Form etwas aufgeraut werden, so dass die Samen passendes Anschluss bekommen, vor allem, wenn kein optimales Wetter herrscht.


Im Frühjahr 2014 hatten wir bereits auf einer anderen Fläche eine „Pferdeweidemischung mit Kräutern“ nachsäen lassen. Dabei hatten wir die Fläche nur mit einer Wiesenegge etwas abgezogen und dann mit einer „normalen“ Sämaschine die Samen verteilen lassen. Hier sah man letztes Jahr dann im Sommer eine deutlich größere Vielfalt an Gräsern und auch ein paar Kräuter. Wir haben diesen Streifen bis Anfang August geschont und dann einmal abfressen lassen.

Dieses Jahr kann man den Streifen in der Fläche noch erkennen. Zwischen den markierten braunen Strichen sieht man vermehrt von oben dunkler aussehende Gräser. Dieses ist Knaulgras, welches sich in dem Streifen relativ gut vermehrt hat. Von den anderen Kräutern oder Grassorten ist fast nichts mehr zu finden.

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Kontakt

Dr. Tanja Romanazzi

Wallrodaer Str. 13

01900 Großröhrsdorf

​T. 035952 28098

F. 035952 28096

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