Offenstallwissen

Offenstallwissen

​​​​​​​GPS-Messungen im Winter

Veterinäramt Hannover fördert Offenstallhaltung

​Veröffentlicht am ​​​​​​22.​​​​2.201​6

​In den letzten Wochen haben wir in allen 6 Offenstallgruppen GPS-Messungen durchgeführt. Zu Beginn hatten wir noch unser geliebtes WBT-202. Leider wurde es dann in der Wallachgruppe kaputt gespielt (grmpf !). Da es die Wintec-Geräte nicht mehr zu kaufen gibt, arbeiten wir nun mit dem Trip Recorder 747ProS. Dieser GPS-Logger ist ausreichend robust, sehr einfach in der Bedienung und der Akku hält einwandfrei die gewünschten 24 Stunden.

​Ich habe allerdings den Eindruck, dass er in der Genauigkeit etwas schlechter ist als das bisherige Wintec-Gerät. Vielleicht habe ich aber auch noch nicht die optimal Einstellung gefunden.

GPS Messung Offenstall
GPS Messung Offenstall

​Bei der Befestigung habe ich bisher das Gerät immer an ein Halsband montiert. Bei ausreichend langer Mähne funktioniert jedoch das Einflechten inzwischen besser. Man kann es etwas unter der Mähne verstecken und es reizt dann nicht so stark zum Spielen (zumindest haben die Messungen in unserer „Problem-Spielgruppe“ auf diese Art ohne weitere Verluste funktioniert


​Bei den GPS-Messungen interessieren mich folgende Aspekte:

​Wie oft war das Pferd an der Tränke?

Wenn Pferde länger im Offenstall stehen, gewöhnen sie sich wieder ein anderes Trinkverhalten an als in der Box mit den üblichen Selbsttränken mit Druckzunge. Sie trinken seltener und dafür pro Gang zur Tränke mehr Wasser. Da die Wildpferde nicht permanent um ihre Wasserstelle herum fressen, ist das Pferd dafür ausgelegt. Es besucht die Wasserstelle meist nur einmal täglich, unter Extrembedingungen sogar noch seltener.


Dieses sollte man jedoch auch nicht 1:1 auf unsere Pferde übertragen, vor allem nicht im Winter, wenn die Pferde mit trockenem Heu gefüttert werden und zudem noch unter dem Reiter eine gewisse Leistung bringen. Laut Frau Zeitler-Feicht (Handbuch Pferdeverhalten) liegt in der Offenstallhaltung die durchschnittliche Trinkfrequenz bei 2-3 mal pro Tag.


Wir haben 23 Pferde gemessen. Das Ergebnis war: 1 Pferd war nur 1x an der Tränke, 6 Pferde 2 x, 7 Pferde 3 x und 9 Pferde 4 x.

Werden alle Heuraufen genutzt?

​Die Antwort auf diese Frage kann man natürlich auch am Verbrauch erkennen. Dennoch ist es immer wieder interessant, die manchmal verschiedenen Vorlieben der Pferde an den GPS-Bildern zu beobachten. Und man könnte die Erkenntnisse natürlich auch nutzen und zum Beispiel durch die Verwendung von verschiedenen Maschengrößen bei den Heunetzen oder die Wahl der Heusorten die Pferde zu animieren, zu der nicht so geliebten weiter entfernt stehenden Raufe zu laufen.

Wird der Unterstand aufgesucht?

​In den ekeligen Wintermonaten ist das für mich eine wichtige Frage, weil man dadurch Anhaltspunkte bekommt, ob sich die Pferde auch hinlegen. Waren die Pferde bei sehr nassem Wetter nicht im Unterstand, dann haben sie sehr wahrscheinlich nicht gelegen. Genauere Aussagen bekommt man natürlich nur über Kamera-Beobachtungen. Diese sind bei uns in den folgenden Wochen geplant

Wieviel Kilometer laufen die Pferde?

Wir hatten bisher nur im Sommer GPS-Messungen vorgenommen. Die Werte im Winter liegen deutlich darunter. Es fehlt das Herumwandern und die Suche nach Grashalmen. Die Pferde bewegen sich meist nur zwischen den Heuraufen, 2-4 mal zur Tränke, gegebenenfalls zum Unterstand und bei den Pferden mit der automatischen Fütterung von Kraftfutter dann noch ein paar mal zur Futterstation. Die Ergebnisse der Messungen lagen zwischen 2,6 und 9,1 km in 24 Stunden (im Sommer waren die meisten zwischen 6 und 13 km). Der Durchschnitt lag bei 4,52 km in 24 Stunden.


Die älteren Pferde bewegen sich deutlich weniger als die jüngeren. Sobald das Wetter etwas freundlicher ist, steigt die Laufleistung. Interessant fand ich zudem die Beobachtung, dass die Haferstation bei freiem Heuangebot deutlich seltener aufgesucht wird, bei mehreren Pferden nur 4-5 mal.


Und zum Schluss noch ein paar Beispiele:

GPS Messung Offenstall

Dieses ist eine Stute in unserer Diätgruppe. Sie war einmal im Unterstand, vermutlich viermal an der Tränke, viermal in der Haferstation und hat ausgiebig das Heu-to-Go benutzt (Kringel in der Mitte). Gelaufen ist sie 3,01 km.

GPS Messung Offenstall

Das ist eine eher lauffreudige Stute in unserer gemischten Gruppe. Sie ist nicht nur die Hauptlaufwege abgegangen, sondern nutzte die gesamte Fläche für kleine Rundgänge. Dadurch ergab sich eine Laufleistung von 6,49 km. (Das Wetter war an diesem Tag relativ gut).

GPS Messung Offenstall

Hier unser „Wintersieger“ mit 9,01 Kilometern (wobei man die eine Fehlmessung in die Weide abziehen muss). Ein Vertreter der Wallachgruppe hat den Rundlauf um die Weide intensiv genutzt, war mehrfach in der Haferstation (schlecht zählbar) und 4 x an der Tränke.

GPS Messung Offenstall

​​Und zum Schluss noch ein älterer Vertreter aus dem Paddock Trail 1. Er war ausreichend oft an der Tränke, hat den Unterstand aufgesucht und sich aber ansonsten an der Heuraufe aufgehalten. Gelaufen wurden daher nur 2,81 km.

​​​​​​​GPS-Messungen im Winter

Veterinäramt Hannover fördert Offenstallhaltung

​Veröffentlicht am ​​​​​​22.​​​​2.201​6

​In den letzten Wochen haben wir in allen 6 Offenstallgruppen GPS-Messungen durchgeführt. Zu Beginn hatten wir noch unser geliebtes WBT-202. Leider wurde es dann in der Wallachgruppe kaputt gespielt (grmpf !). Da es die Wintec-Geräte nicht mehr zu kaufen gibt, arbeiten wir nun mit dem Trip Recorder 747ProS. Dieser GPS-Logger ist ausreichend robust, sehr einfach in der Bedienung und der Akku hält einwandfrei die gewünschten 24 Stunden.

​Ich habe allerdings den Eindruck, dass er in der Genauigkeit etwas schlechter ist als das bisherige Wintec-Gerät. Vielleicht habe ich aber auch noch nicht die optimal Einstellung gefunden.

GPS Messung Offenstall
GPS Messung Offenstall

​Bei der Befestigung habe ich bisher das Gerät immer an ein Halsband montiert. Bei ausreichend langer Mähne funktioniert jedoch das Einflechten inzwischen besser. Man kann es etwas unter der Mähne verstecken und es reizt dann nicht so stark zum Spielen (zumindest haben die Messungen in unserer „Problem-Spielgruppe“ auf diese Art ohne weitere Verluste funktioniert


​Bei den GPS-Messungen interessieren mich folgende Aspekte:

​Wie oft war das Pferd an der Tränke?

Wenn Pferde länger im Offenstall stehen, gewöhnen sie sich wieder ein anderes Trinkverhalten an als in der Box mit den üblichen Selbsttränken mit Druckzunge. Sie trinken seltener und dafür pro Gang zur Tränke mehr Wasser. Da die Wildpferde nicht permanent um ihre Wasserstelle herum fressen, ist das Pferd dafür ausgelegt. Es besucht die Wasserstelle meist nur einmal täglich, unter Extrembedingungen sogar noch seltener.


Dieses sollte man jedoch auch nicht 1:1 auf unsere Pferde übertragen, vor allem nicht im Winter, wenn die Pferde mit trockenem Heu gefüttert werden und zudem noch unter dem Reiter eine gewisse Leistung bringen. Laut Frau Zeitler-Feicht (Handbuch Pferdeverhalten) liegt in der Offenstallhaltung die durchschnittliche Trinkfrequenz bei 2-3 mal pro Tag.


Wir haben 23 Pferde gemessen. Das Ergebnis war: 1 Pferd war nur 1x an der Tränke, 6 Pferde 2 x, 7 Pferde 3 x und 9 Pferde 4 x.

Werden alle Heuraufen genutzt?

​Die Antwort auf diese Frage kann man natürlich auch am Verbrauch erkennen. Dennoch ist es immer wieder interessant, die manchmal verschiedenen Vorlieben der Pferde an den GPS-Bildern zu beobachten. Und man könnte die Erkenntnisse natürlich auch nutzen und zum Beispiel durch die Verwendung von verschiedenen Maschengrößen bei den Heunetzen oder die Wahl der Heusorten die Pferde zu animieren, zu der nicht so geliebten weiter entfernt stehenden Raufe zu laufen.

Wird der Unterstand aufgesucht?

​In den ekeligen Wintermonaten ist das für mich eine wichtige Frage, weil man dadurch Anhaltspunkte bekommt, ob sich die Pferde auch hinlegen. Waren die Pferde bei sehr nassem Wetter nicht im Unterstand, dann haben sie sehr wahrscheinlich nicht gelegen. Genauere Aussagen bekommt man natürlich nur über Kamera-Beobachtungen. Diese sind bei uns in den folgenden Wochen geplant

Wieviel Kilometer laufen die Pferde?

Wir hatten bisher nur im Sommer GPS-Messungen vorgenommen. Die Werte im Winter liegen deutlich darunter. Es fehlt das Herumwandern und die Suche nach Grashalmen. Die Pferde bewegen sich meist nur zwischen den Heuraufen, 2-4 mal zur Tränke, gegebenenfalls zum Unterstand und bei den Pferden mit der automatischen Fütterung von Kraftfutter dann noch ein paar mal zur Futterstation. Die Ergebnisse der Messungen lagen zwischen 2,6 und 9,1 km in 24 Stunden (im Sommer waren die meisten zwischen 6 und 13 km). Der Durchschnitt lag bei 4,52 km in 24 Stunden.


Die älteren Pferde bewegen sich deutlich weniger als die jüngeren. Sobald das Wetter etwas freundlicher ist, steigt die Laufleistung. Interessant fand ich zudem die Beobachtung, dass die Haferstation bei freiem Heuangebot deutlich seltener aufgesucht wird, bei mehreren Pferden nur 4-5 mal.


Und zum Schluss noch ein paar Beispiele:

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Dieses ist eine Stute in unserer Diätgruppe. Sie war einmal im Unterstand, vermutlich viermal an der Tränke, viermal in der Haferstation und hat ausgiebig das Heu-to-Go benutzt (Kringel in der Mitte). Gelaufen ist sie 3,01 km.

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Das ist eine eher lauffreudige Stute in unserer gemischten Gruppe. Sie ist nicht nur die Hauptlaufwege abgegangen, sondern nutzte die gesamte Fläche für kleine Rundgänge. Dadurch ergab sich eine Laufleistung von 6,49 km. (Das Wetter war an diesem Tag relativ gut).

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Kontakt

Dr. Tanja Romanazzi

Wallrodaer Str. 13

01900 Großröhrsdorf

​T. 035952 28098

F. 035952 28096

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