Offenstallwissen

Offenstallwissen

​​​​​Weitere Erfahrungen mit Grünkompost

Veterinäramt Hannover fördert Offenstallhaltung

​Veröffentlicht am ​​​​13.​​5.201​​​​4

Wir haben im Dezember 2012 unseren ersten Unterstand mit Grünkompost von der Firma Terrcheval ausgestattet. Dann folgten im vergangenen Jahr sechs weitere Liegebereiche in den verschiedenen Offenställen. Dazu haben wir dann aus Kostengründen (Terrcheval liegt leider auf der anderen Seite Deutschlands) Material aus Kompostieranlagen aus der näheren Umgebung kommen lassen.

Grünkompost Offenstall

Unsere Erfahrungen mit dem Grünkompost im Offenstall

Die Pferde nehmen es alle sehr gerne zum Liegen an. Es entsteht kein Ammoniakgeruch. Die Mikroben im Kompost wandeln offensichtlich den Harnstoff zuverlässig um. Wichtig ist jedoch eine ausreichende Schichtdicke von 25-30cm Kompost. Die Handhabung ist sehr einfach. Nach der einmaligen Einbringung des Kompostes muss man nach ca. 4-6 Wochen damit beginnen alle 1-2 Wochen etwas Kompost nachzustreuen. Ansonsten sammelt man nur die Pferdeäppel ab. Nasse Stellen werden nicht heraus genommen.

Grünkompost Offenstall

Zum Material

Der Kompost von Terrcheval war ideal. So etwas von den umliegenden Kompostieranlagen zu bekommen, ist leider nicht sooo einfach. Es soll reiner Grünkompost sein, das heißt kompostierter Baumschnitt, Gras, etc. und keine Abfälle aus der Biotonne oder aus Kläranlagen. Das Material darf etwas gröber sein und es soll Frischkompost sein (das ist ein fester Begriff aus der „Kompostbranche“. Es bedeutet, dass der Kompostierprozess noch nicht vollständig abgeschlossen und der Boden somit noch aktiver ist. Damit funktioniert dann die Umwandlung des Harnstoffes besser.


Probleme gab es bei uns mit zuviel Müll. Manche Anlagen zerschreddern offensichtlich die blauen Säcke, in denen das Schnittgut gebracht wird, gleich mit. Auch findet man Kabelreste und Scherben. Es lohnt sich daher, sich den Kompost vorher beim Werk anzusehen.


Es kann durchaus passieren, dass beim Kompostiervorgang zu viel oder wenig Luft dazu gekommen ist und man daher Schichten von Schimmel sehen kann. Dieses finde ich für die Pferde ungünstig. Man kann dann entweder den Kompost mit effektiven Mikroorganismen behandeln oder so eine Lieferung als Dünger für die Weiden verwenden (ebenfalls in Kombination mit effektiven Mikroorganismen).


Bezüglich giftiger Pflanzen braucht man sich keine Sorgen zu machen. Zum einen werden die Pflanzengifte durch die Temperaturen beim Kompostiervorgang hygienisiert, zum anderen haben wir nicht einmal ansatzweise beobachtet, dass die Pferde es fressen oder versuchen zu fressen.

Vorteile des Grünkompostes

  • Sehr gute Akzeptanz bei den Pferden.
  • Urin wird zuverlässig und ohne unangenehme Gerüche aufgesaugt. (Ausnahme: wenn sehr viele Pferde auf die gleiche Stelle pinkeln, dann sind die Mikroben irgendwann überfordert. Das kommt bei uns in einer (von fünf) Gruppen vor.
  • Sehr einfache Handhabung. Man muss nur abäppeln und nur alle 1-2 Wochen nachstreuen.
  • Relativ preiswert
  • Nachteile des Grünkompostes

  • Es wird relativ schnell staubig (vor allem im Sommer). Es geht noch, wenn man jede Woche etwas nachstreut.
  • Bei größeren Minustemperaturen ist der Kompost zu hart zum Liegen. Man muss dann zum Beispiel Späne überstreuen, um eine weiche Fläche zu behalten.
  • Die Problematik mit Schimmelpilzen muss man kritisch im Blick behalten.
  • Eine Weiterentwicklung: Kombination mit Hackschnitzeln oder Spänen

    Im ersten Winter haben wir normale Späne übergestreut, als der Kompost wegen der kalten Temperaturen zu hart wurde. Dieses ging gut. Die Späne werden dann mit der Zeit quasi mit kompostiert. Im zweiten Jahr hatten wir noch grobe Hackschnitze übrig und haben diese genommen. Sie waren natürlich haltbarer als die normalen Späne und das Ergebnis ist wirklich super.

    Grünkompost

    Die Hackschnitzel kommen als Schicht von 5-10cm über den Kompost. Der Urin wird weiterhin vom Grünkompost verarbeitet und die Hackschnitzel sorgen jedoch für eine immer weiche Oberfläche. Es entsteht weniger Staub und der Pflegeaufwand ist weiter reduziert, da man nun nicht so oft nachstreuen muss. Die Flächen halten mehrere Wochen unverändert gut. Man sammelt lediglich die Pferdeäppel ab. Bei den Hackschnitzeln haben wir Weichholzschnitzel ohne Rinde genommen (natürlich garantiert frei von giftigen Hölzern. Dieses ist bei den Hackschnitzeln sehr wichtig!). Vermutlich funktionieren auch die Hackschnitzel mit Rinde (sind preiswerter). Wir hatten die anderen gerade verfügbar.

    Nachtrag Dezember 2017

    Wir sind immer noch vom Kompost begeistert, nutzen jedoch inzwischen wieder Späne als oberste Auflage (also 25-30 cm Grünkompost und darauf ca. 10 cm Späne). Wenn die Hackschnitzel zu grob sind, legen sich die Pferde nicht so gerne hin. Am besten gehen ​bei uns etwas gröbere Späne ​oder feine Hackschnitzel ​:-)

    Gruenkompost und Späne

    ​​​​​Weitere Erfahrungen mit Grünkompost

    Veterinäramt Hannover fördert Offenstallhaltung

    ​Veröffentlicht am ​​​​13.​​5.201​​​​4

    Wir haben im Dezember 2012 unseren ersten Unterstand mit Grünkompost von der Firma Terrcheval ausgestattet. Dann folgten im vergangenen Jahr sechs weitere Liegebereiche in den verschiedenen Offenställen. Dazu haben wir dann aus Kostengründen (Terrcheval liegt leider auf der anderen Seite Deutschlands) Material aus Kompostieranlagen aus der näheren Umgebung kommen lassen.

    Grünkompost Offenstall

    Unsere Erfahrungen mit dem Grünkompost im Offenstall

    Die Pferde nehmen es alle sehr gerne zum Liegen an. Es entsteht kein Ammoniakgeruch. Die Mikroben im Kompost wandeln offensichtlich den Harnstoff zuverlässig um. Wichtig ist jedoch eine ausreichende Schichtdicke von 25-30cm Kompost. Die Handhabung ist sehr einfach. Nach der einmaligen Einbringung des Kompostes muss man nach ca. 4-6 Wochen damit beginnen alle 1-2 Wochen etwas Kompost nachzustreuen. Ansonsten sammelt man nur die Pferdeäppel ab. Nasse Stellen werden nicht heraus genommen.

    Grünkompost Offenstall

    Zum Material

    Der Kompost von Terrcheval war ideal. So etwas von den umliegenden Kompostieranlagen zu bekommen, ist leider nicht sooo einfach. Es soll reiner Grünkompost sein, das heißt kompostierter Baumschnitt, Gras, etc. und keine Abfälle aus der Biotonne oder aus Kläranlagen. Das Material darf etwas gröber sein und es soll Frischkompost sein (das ist ein fester Begriff aus der „Kompostbranche“. Es bedeutet, dass der Kompostierprozess noch nicht vollständig abgeschlossen und der Boden somit noch aktiver ist. Damit funktioniert dann die Umwandlung des Harnstoffes besser.


    Probleme gab es bei uns mit zuviel Müll. Manche Anlagen zerschreddern offensichtlich die blauen Säcke, in denen das Schnittgut gebracht wird, gleich mit. Auch findet man Kabelreste und Scherben. Es lohnt sich daher, sich den Kompost vorher beim Werk anzusehen.


    Es kann durchaus passieren, dass beim Kompostiervorgang zu viel oder wenig Luft dazu gekommen ist und man daher Schichten von Schimmel sehen kann. Dieses finde ich für die Pferde ungünstig. Man kann dann entweder den Kompost mit effektiven Mikroorganismen behandeln oder so eine Lieferung als Dünger für die Weiden verwenden (ebenfalls in Kombination mit effektiven Mikroorganismen).


    Bezüglich giftiger Pflanzen braucht man sich keine Sorgen zu machen. Zum einen werden die Pflanzengifte durch die Temperaturen beim Kompostiervorgang hygienisiert, zum anderen haben wir nicht einmal ansatzweise beobachtet, dass die Pferde es fressen oder versuchen zu fressen.

    Vorteile des Grünkompostes

  • Sehr gute Akzeptanz bei den Pferden.
  • Urin wird zuverlässig und ohne unangenehme Gerüche aufgesaugt. (Ausnahme: wenn sehr viele Pferde auf die gleiche Stelle pinkeln, dann sind die Mikroben irgendwann überfordert. Das kommt bei uns in einer (von fünf) Gruppen vor.
  • Sehr einfache Handhabung. Man muss nur abäppeln und nur alle 1-2 Wochen nachstreuen.
  • Relativ preiswert
  • Nachteile des Grünkompostes

  • Es wird relativ schnell staubig (vor allem im Sommer). Es geht noch, wenn man jede Woche etwas nachstreut.
  • Bei größeren Minustemperaturen ist der Kompost zu hart zum Liegen. Man muss dann zum Beispiel Späne überstreuen, um eine weiche Fläche zu behalten.
  • Die Problematik mit Schimmelpilzen muss man kritisch im Blick behalten.
  • Eine Weiterentwicklung: Kombination mit Hackschnitzeln oder Spänen

    Im ersten Winter haben wir normale Späne übergestreut, als der Kompost wegen der kalten Temperaturen zu hart wurde. Dieses ging gut. Die Späne werden dann mit der Zeit quasi mit kompostiert. Im zweiten Jahr hatten wir noch grobe Hackschnitze übrig und haben diese genommen. Sie waren natürlich haltbarer als die normalen Späne und das Ergebnis ist wirklich super.

    Grünkompost

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    Gruenkompost und Späne

    Kontakt

    Dr. Tanja Romanazzi

    Wallrodaer Str. 13

    01900 Großröhrsdorf

    ​T. 035952 28098

    F. 035952 28096

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