Offenstallwissen

Offenstallwissen

​Wie Pferde gerne trinken ...

Veterinäramt Hannover fördert Offenstallhaltung

​Veröffentlicht am ​​​​18.​​​9.201​​​3

In der aktuellen Zeitschrift „Pferdebetrieb“ (Sonderheft Reitanlagenbau) gibt es einen Artikel „Wie Pferde gerne trinken“. Dazu gibt es zu Beginn ein wunderschönes Foto mit zwei Pferden, die gemeinsam aus einer großen Trogtränke saufen.


Es folgt nun ein kleiner Abschnitt, in dem beschrieben wird, wie wichtig es für das Fluchttier ist, in relativ kurzer Zeit möglichst viel trinken zu können. Dann folgendes Zitat:


“ Natürliche Wasserquellen wie Bäche oder Teiche spenden natürlich das meiste Wasser in kurzer Zeit, sollten aber doch lieber eingezäunt werden, so dass die Pferde nicht hinkommen. Denn die Pferde verschmutzen das Wasser, indem sie hineinäppeln und können an steilen Böschungen stürzen oder in Bächen festliegen, wenn sie sich wälzen. Außerdem verschlammt die Umgebung in der Nähe von natürlichen Wasserstellen sehr schnell und bietet dann einen idealen Nährboden für Bakterien und Würmer.“


Danach geht es auf den folgenden 3 Seiten des Artikels ausschließlich um Selbsttränken und deren Material, Wasserdurchfluss, Höhe der Anbringung, etc.

Tränke im Offenstall

​Hm, vielleicht wäre die Überschrift „Möglichst optimale Boxentränken“ passender gewesen. Meine Erfahrungen sehen etwas anders aus.

  • Pferde trinken sehr viel lieber aus stehendem Wasser als aus den typischen Selbsttränken in den Boxen. Man beobachtet sehr häufig, dass die Boxenpferde, wenn sie auf die Weide gebracht werden, als erstes zu dem bereit gestellten Wasserbottich gehen und (das mühsam herbeigeschleppte) Wasser trinken.
  • Genau so, wie Pferde gerne zusammen fressen möchten, gehen sie auch sehr gerne zusammen trinken.
  • Natürliche Teiche oder Wasserfurte stellen ein wunderbares alternatives Wasserangebot dar (eine frostfreie Tränke sollte natürlich zusätzlich da sein).
  • Der schlammige Uferbereich bietet den zusätzlichen Vorteil, dass die Hufe befeuchtet werden. Jeder Hufschmied klagt über zu trockene Hufe in den Sommermonaten, da diese natürliche Wässerung bei der üblichen Haltung fehlt.
  • Wir haben in 3 Offenställen inzwischen Wasserfurten (die älteste ist 2,5 Jahre alt). Ich habe erst einmal bei der Eröffnung einer Furt in der Anfangsaufregung ein Pferd hinein äppeln sehen. Ansonsten kommt das bei uns nicht vor. Es scheint einen natürlichen Instinkt zu geben, Wasserstellen sauber zu halten.
  • Eine Brutstätte für „Bakterien und Würmer“ kann ich nicht erkennen. Wir machen ​regelmäßig Kotuntersuchungen und die Belastung ist sehr gering. Auch ein Wassertest gab keine Hinweise auf eine Belastung.

Kommentare von Lesern:

Barbara Schierl sagt:

Hallo Tanja,
ich möchte Deine Erfahrungen auf jeden Fall bestätigen. Wir haben einen Offenstall mit einem kleinen Bachlauf, der auch bei -20°C immer läuft. Die Pferde lieben das Wasser dort. Stelle ich in Notfällen, wenn wegen Umbauarbeiten für kurze Zeit die Strecke dorthin gesperrt ist, Tröge auf, trinken unsere Pferde deutlich seltener und auch weniger. Auch Matsch drumrum muss an so kleinen Trinkstellen nicht sein. Wir haben den Bach mit Granitleisten etwas aufgestaut und eingefasst und davor 1 Meter tief Schotter rein, was super drainagiert – und dadurch immer trocken ist. Es ist auch bekannt, dass die üblichen Viehtränken auch bei Rindern eine deutlich niedrigeren Trinkmenge verursacht, was sich dann bei Kühen in der Milchleistung niederschlägt. Aber in diesen Zeitschriften gehts ja oft nur um Vermarktung… – eigentlisch schade!
LG Barbara

tinatin sagt:

Das tränken aus größeren Gefäßen hat übrigens auch den Vorteil, dass die Pferde sich, im Gegensatz zu den Selbsstränken, die Zähne ausspülen und Sand loswerden können. Unsere Pferdezahnärztin hat und da von positiven Erfahrungen berichtet. Und schlussendlich hat man ja auch einen viel besseren Überblick wie viel oder wenig die Tiere trinken. Auf unseren Wanderritten lassen wir die Pferde übringens selbst aussuchen wo und wenn sie zusätzlich trinken wollen. Im Hochsommer bevorzugen sie z.B. Pfützen im Wald. Da sind dann vermutlich sogar noch die Mineralien dabei, die sie grad brauchen. Danke für Deine immer wieder sehr interessanten Beiträge! Wir bauen auch gerade unseren Offenstall aus und lesen gern von Euren Erfahrungen. LG, Tinatin

T.E. sagt:

Hallo Tinatin,
aus Erfahrung kann ich sprechen, dass Pfützen nicht ganz ungefährlich sind. Vor allem wenn sie sich zwischen Feldern befinden, oft wird der übrig gebliebene Rest einer Felddünnung noch vom Bauern entleert. Mein Hund starb daran… er hat im Hochsommer beim spazieren gehen aus einer Pfütze getrunken. Seitdem bin ich da sehr vorsichtig, wenn mein Pferd an einer Pfütze trinken möchte.

Dagmar Tannhäuser sagt:

Hallo, ja auch unsere Erfahrung ist, das die Pferde offene Wasserstellen bevorzugen. Wir haben dies mit großen Betonmischwannen gelöst, die sind so schwer, das die Pferde sie nicht umwerfen können, wenn nicht mehr ganz voll sind. Und sie sind sehr tief, ca. 250l, so das die Menge im Winter nicht so schnell zufriert. Selbst bei minus 20Grad haben die Pferde bisher die Eidecke auf geschlagen.
Ja sie saufen gerne gemeinsam.
Wir haben einen Brunnen gebohrt, der auch im Winter bei tiefsten Temperaturen bisher immer Wasser über eine Bezinpumpe geliefert hat. Dadurch können wir ganz entspannt im Sommer immer das Wasser wechseln, falls es nicht mehr ganz so frisch ist. Denn im Sommer saufen sie eigentlich immer am wenigsten, wegen der Feuchtigkeit im Gras. Im Sommer geben wir immer ein wenig Granderwasser (von zuhause) dazu, mindert die Algenbildung oder ab und an einen Schuß EM.
Ja, die Pferde spülen ihr Maul gerne aus, manche tauchen und prusten richtig, ist alles bei Selbsttränken nicht möglich.
LG an alle Offenstallbetreiber, Dagmar

Andrea sagt:

Also ich bevorzuge fuer meine Pferde grosse Wasserbottiche und Selbsttraenker im Stall.
Da ich meine Pferde im Sommer bei grosser Hitze am Nachmittag im Stall lasse bin ich froh ueber die Selbsttraenker. Die ganze Nacht ueber koennen sie trinken wo sie wollen. Einerseits ist so ein Teich schon schoen, aber birgt auch Gefahren. Auf den Kuhweiden haben wir mehrere Teiche und weil dieser Sommer so heiss war sind sie fast ausgetrocknet und dann ist eine Kuh im Schlamm steckengeblieben. Wir hatten schon grosse Muehe die Kuh wieder heraus zu bekommen und das moechte ich nicht bei einem Pferd machen.

alexandra sagt:

hallo!
ich bin ganz deiner meinung, tanja!
welche frostfreien tränken habt ihr denn zusätzlich in den offenställen? ich bin selber gerade am überlegen, welches modell am besten geeignet ist für einen offenstall mit 4 pferden.
liebe grüße,
alexandra

Tanja Romanazzi sagt:

Wir haben 2 Tränken von Texas Trading und 3 von La buevette.
Funktionieren alle gut.

Update 2018: Inzwischen gefallen uns die Tränken von Texas Trading besser. Sie liefen die ganzen Jahre ohne Probleme. Bei den La Buvette gab es bei stärkerem Wind immer mal Probleme mit einfrieren.
LG Tanja

​Wie Pferde gerne trinken ...

Veterinäramt Hannover fördert Offenstallhaltung

​Veröffentlicht am ​​​​18.​​​9.201​​​3

In der aktuellen Zeitschrift „Pferdebetrieb“ (Sonderheft Reitanlagenbau) gibt es einen Artikel „Wie Pferde gerne trinken“. Dazu gibt es zu Beginn ein wunderschönes Foto mit zwei Pferden, die gemeinsam aus einer großen Trogtränke saufen.


Es folgt nun ein kleiner Abschnitt, in dem beschrieben wird, wie wichtig es für das Fluchttier ist, in relativ kurzer Zeit möglichst viel trinken zu können. Dann folgendes Zitat:


“ Natürliche Wasserquellen wie Bäche oder Teiche spenden natürlich das meiste Wasser in kurzer Zeit, sollten aber doch lieber eingezäunt werden, so dass die Pferde nicht hinkommen. Denn die Pferde verschmutzen das Wasser, indem sie hineinäppeln und können an steilen Böschungen stürzen oder in Bächen festliegen, wenn sie sich wälzen. Außerdem verschlammt die Umgebung in der Nähe von natürlichen Wasserstellen sehr schnell und bietet dann einen idealen Nährboden für Bakterien und Würmer.“


Danach geht es auf den folgenden 3 Seiten des Artikels ausschließlich um Selbsttränken und deren Material, Wasserdurchfluss, Höhe der Anbringung, etc.

Tränke im Offenstall

​Hm, vielleicht wäre die Überschrift „Möglichst optimale Boxentränken“ passender gewesen. Meine Erfahrungen sehen etwas anders aus.

  • Pferde trinken sehr viel lieber aus stehendem Wasser als aus den typischen Selbsttränken in den Boxen. Man beobachtet sehr häufig, dass die Boxenpferde, wenn sie auf die Weide gebracht werden, als erstes zu dem bereit gestellten Wasserbottich gehen und (das mühsam herbeigeschleppte) Wasser trinken.
  • Genau so, wie Pferde gerne zusammen fressen möchten, gehen sie auch sehr gerne zusammen trinken.
  • Natürliche Teiche oder Wasserfurte stellen ein wunderbares alternatives Wasserangebot dar (eine frostfreie Tränke sollte natürlich zusätzlich da sein).
  • Der schlammige Uferbereich bietet den zusätzlichen Vorteil, dass die Hufe befeuchtet werden. Jeder Hufschmied klagt über zu trockene Hufe in den Sommermonaten, da diese natürliche Wässerung bei der üblichen Haltung fehlt.
  • Wir haben in 3 Offenställen inzwischen Wasserfurten (die älteste ist 2,5 Jahre alt). Ich habe erst einmal bei der Eröffnung einer Furt in der Anfangsaufregung ein Pferd hinein äppeln sehen. Ansonsten kommt das bei uns nicht vor. Es scheint einen natürlichen Instinkt zu geben, Wasserstellen sauber zu halten.
  • Eine Brutstätte für „Bakterien und Würmer“ kann ich nicht erkennen. Wir machen ​regelmäßig Kotuntersuchungen und die Belastung ist sehr gering. Auch ein Wassertest gab keine Hinweise auf eine Belastung.

Kommentare von Lesern:

Barbara Schierl sagt:

Hallo Tanja,
ich möchte Deine Erfahrungen auf jeden Fall bestätigen. Wir haben einen Offenstall mit einem kleinen Bachlauf, der auch bei -20°C immer läuft. Die Pferde lieben das Wasser dort. Stelle ich in Notfällen, wenn wegen Umbauarbeiten für kurze Zeit die Strecke dorthin gesperrt ist, Tröge auf, trinken unsere Pferde deutlich seltener und auch weniger. Auch Matsch drumrum muss an so kleinen Trinkstellen nicht sein. Wir haben den Bach mit Granitleisten etwas aufgestaut und eingefasst und davor 1 Meter tief Schotter rein, was super drainagiert – und dadurch immer trocken ist. Es ist auch bekannt, dass die üblichen Viehtränken auch bei Rindern eine deutlich niedrigeren Trinkmenge verursacht, was sich dann bei Kühen in der Milchleistung niederschlägt. Aber in diesen Zeitschriften gehts ja oft nur um Vermarktung… – eigentlisch schade!
LG Barbara

tinatin sagt:

Das tränken aus größeren Gefäßen hat übrigens auch den Vorteil, dass die Pferde sich, im Gegensatz zu den Selbsstränken, die Zähne ausspülen und Sand loswerden können. Unsere Pferdezahnärztin hat und da von positiven Erfahrungen berichtet. Und schlussendlich hat man ja auch einen viel besseren Überblick wie viel oder wenig die Tiere trinken. Auf unseren Wanderritten lassen wir die Pferde übringens selbst aussuchen wo und wenn sie zusätzlich trinken wollen. Im Hochsommer bevorzugen sie z.B. Pfützen im Wald. Da sind dann vermutlich sogar noch die Mineralien dabei, die sie grad brauchen. Danke für Deine immer wieder sehr interessanten Beiträge! Wir bauen auch gerade unseren Offenstall aus und lesen gern von Euren Erfahrungen. LG, Tinatin

T.E. sagt:

Hallo Tinatin,
aus Erfahrung kann ich sprechen, dass Pfützen nicht ganz ungefährlich sind. Vor allem wenn sie sich zwischen Feldern befinden, oft wird der übrig gebliebene Rest einer Felddünnung noch vom Bauern entleert. Mein Hund starb daran… er hat im Hochsommer beim spazieren gehen aus einer Pfütze getrunken. Seitdem bin ich da sehr vorsichtig, wenn mein Pferd an einer Pfütze trinken möchte.

Dagmar Tannhäuser sagt:

Hallo, ja auch unsere Erfahrung ist, das die Pferde offene Wasserstellen bevorzugen. Wir haben dies mit großen Betonmischwannen gelöst, die sind so schwer, das die Pferde sie nicht umwerfen können, wenn nicht mehr ganz voll sind. Und sie sind sehr tief, ca. 250l, so das die Menge im Winter nicht so schnell zufriert. Selbst bei minus 20Grad haben die Pferde bisher die Eidecke auf geschlagen.
Ja sie saufen gerne gemeinsam.
Wir haben einen Brunnen gebohrt, der auch im Winter bei tiefsten Temperaturen bisher immer Wasser über eine Bezinpumpe geliefert hat. Dadurch können wir ganz entspannt im Sommer immer das Wasser wechseln, falls es nicht mehr ganz so frisch ist. Denn im Sommer saufen sie eigentlich immer am wenigsten, wegen der Feuchtigkeit im Gras. Im Sommer geben wir immer ein wenig Granderwasser (von zuhause) dazu, mindert die Algenbildung oder ab und an einen Schuß EM.
Ja, die Pferde spülen ihr Maul gerne aus, manche tauchen und prusten richtig, ist alles bei Selbsttränken nicht möglich.
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Also ich bevorzuge fuer meine Pferde grosse Wasserbottiche und Selbsttraenker im Stall.
Da ich meine Pferde im Sommer bei grosser Hitze am Nachmittag im Stall lasse bin ich froh ueber die Selbsttraenker. Die ganze Nacht ueber koennen sie trinken wo sie wollen. Einerseits ist so ein Teich schon schoen, aber birgt auch Gefahren. Auf den Kuhweiden haben wir mehrere Teiche und weil dieser Sommer so heiss war sind sie fast ausgetrocknet und dann ist eine Kuh im Schlamm steckengeblieben. Wir hatten schon grosse Muehe die Kuh wieder heraus zu bekommen und das moechte ich nicht bei einem Pferd machen.

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LG Tanja

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Dr. Tanja Romanazzi

Wallrodaer Str. 13

01900 Großröhrsdorf

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