Offenstallwissen

Offenstallwissen

​Offenstallkonzept: ​Paddock Trail bzw. Paddock Paradise

Veröffentlicht im ​​Juli 201​1

Paddock Trail (in Amerika Paddock Paradise) nennt sich eine Offenstall – Variante aus Amerika, die der ehemalige Hufschmied Jamie Jackson entwickelt hat. Er beobachtete über mehrere Jahre Wildpferde in Nevada und folgte ihnen auf ihren Wanderungen. Er war fasziniert von deren Gesundheit, besonders natürlich von der guten Hufqualität, und versuchte seine Beobachtungen so weit wie möglich auf die Haltung unserer Hauspferde zu übertragen.

Wie sieht ein Paddock Trail aus?

Das Kernelement des Paddock Trail ist ein sogenannter Track (quasi ein Pfad), der als 3m-5m breiter Streifen außen um die verfügbare Fläche geführt wird. Er simuliert die Wanderrouten der Wildpferde. Auf dem Track finden die Pferde in möglichst verteilter und vielfältiger Form alles vor, was sie brauchen: Heu, Mineralsteine, Wasser, Unterstand, Wälzplätze. Auf dem nächsten Foto sieht man ein Beispiel vom Gut Heinrichshof.

Paddock Trail Paddock Paradise

Für eine optimale Hufbeschaffenheit (passendes Wachstum und angemessener Abrieb) ist es wünschenswert, dass es möglichst unterschiedliche Böden auf dem Track gibt und vor allem auch die Untergründe, auf denen die Pferde geritten werden sollen. Wenn man also häufig auf Schotterwegen ausreiten möchte, sollte es auch auf dem Track einen Abschnitt mit so einem Boden geben. Auch Steigungen und Gefälle, Steine oder Büsche sind eine Bereicherung für diese Offenstall Variante, da sie die Pferde fordern und für mehr Abwechslung sorgen.

Paddock Trail

​Das Heu sollte an möglichst vielen Stellen angeboten werden, da es den Hauptanreiz für Bewegung liefert. Jackson schlug vor, viele kleine Minihaufen auf dem Track zu verteilen. Da das jedoch nicht wirklich praktikabel ist (vor allem nicht bei dem Matschwetter in Deutschland), wird die Heufütterung meist durch engmaschige Heunetze gelöst oder spezielle Raufen, die ein langsames Fressen fördern.

Paddock Trail Heufressen

Die Idee des Paddock Trail ist noch sehr in der Entwicklung. Die ersten Ställe entstanden 2006. Auch Jamie Jackson fordert in seinem Buch zum Experimentieren auf und bittet um Erfahrungsberichte.

Noch eine Sache zum Verständnis: Jamie Jackson nennt sein Konzept in den USA Paddock Paradise. Im europäischen Raum gab es jedoch Unstimmigkeiten um die Namensrechte. Aus diesem Grund hat sich in Deutschland der Begriff Paddock Trail etabliert.

Vorteile einer Haltung im Paddock Trail gegenüber anderen Offenstall – Konzepten:

  • check
    ​​Die Pferde können sich auf dem Paddock Trail wunderbar aus dem Weg gehen. Es gibt keinen unmittelbaren "Konfrontationsdruck", wie auf einem rechteckigen Paddock. Es geht ​sehr friedlich zu. Rangniedere Pferde kommen nach unserer Erfahrung in dieser Haltungsform am besten zurecht.
  • check
    ​Maximale Weglängen zur Bewegung vor allem auch in den Monaten ohne Weide. Man hat damit optimale Voraussetzungen, ​damit die Pferde möglichst viele Kilometer jeden Tag laufen.
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    ​Die Pferde können nach ihrem eigenen Rhythmus leben, es gibt hier keine „Vorgaben“ durch Fütterungstechnik
  • check
    ​Die Pferde können gemeinsam fressen und sich gleichzeitig auch aus dem Weg gehen, wenn sie sich nicht so gut vertragen.

Mögliche Nachteile, Probleme im ​Paddock Trail?

  • ​​Da das Füttern von Kraftfutter ​ist per Hand relativ aufwendig. Daher wird meistens nur eine Mahlzeit pro Tag gegeben. ​Bei "normal genutzten" Pferden reicht das vollkommen aus. Für Pferde mit einem Bedarf von mehr als 2 kg Kraftfutter ist es jedoch ungünstig.​
  • ​​Die Heu ad libitum Fütterung funktioniert nur wirklich gut, wenn das Heu nicht zu zuckerreich ist. Bei dem leider oft „üblichen“ Kuhheu, werden ​viele Pferde zu dick.
  • ​​Die verteilte Heufütterung auf dem Track in Raufen oder Netzen führt zwar dazu, dass auch rangniedere Pferde immer einen Futterplatz finden. Je nach Herdenzusammensetzung und Verteilung der Futterstellen kann es aber auch dazu kommen, dass die Pferde geschlossen an einer Futterstelle bleiben (weil eben die Herde gerne zusammen bleiben möchte) und dort dann nur die ranghohen Pferde zum Zug kommen.

​Offenstallkonzept: ​Paddock Trail bzw. Paddock Paradise

Veröffentlicht im ​​Juli 201​1

Paddock Trail (in Amerika Paddock Paradise) nennt sich eine Offenstall – Variante aus Amerika, die der ehemalige Hufschmied Jamie Jackson entwickelt hat. Er beobachtete über mehrere Jahre Wildpferde in Nevada und folgte ihnen auf ihren Wanderungen. Er war fasziniert von deren Gesundheit, besonders natürlich von der guten Hufqualität, und versuchte seine Beobachtungen so weit wie möglich auf die Haltung unserer Hauspferde zu übertragen.

Wie sieht ein Paddock Trail aus?

Das Kernelement des Paddock Trail ist ein sogenannter Track (quasi ein Pfad), der als 3m-5m breiter Streifen außen um die verfügbare Fläche geführt wird. Er simuliert die Wanderrouten der Wildpferde. Auf dem Track finden die Pferde in möglichst verteilter und vielfältiger Form alles vor, was sie brauchen: Heu, Mineralsteine, Wasser, Unterstand, Wälzplätze. Auf dem nächsten Foto sieht man ein Beispiel vom Gut Heinrichshof.

Paddock Trail Paddock Paradise

Für eine optimale Hufbeschaffenheit (passendes Wachstum und angemessener Abrieb) ist es wünschenswert, dass es möglichst unterschiedliche Böden auf dem Track gibt und vor allem auch die Untergründe, auf denen die Pferde geritten werden sollen. Wenn man also häufig auf Schotterwegen ausreiten möchte, sollte es auch auf dem Track einen Abschnitt mit so einem Boden geben. Auch Steigungen und Gefälle, Steine oder Büsche sind eine Bereicherung für diese Offenstall Variante, da sie die Pferde fordern und für mehr Abwechslung sorgen.

Paddock Trail

​Das Heu sollte an möglichst vielen Stellen angeboten werden, da es den Hauptanreiz für Bewegung liefert. Jackson schlug vor, viele kleine Minihaufen auf dem Track zu verteilen. Da das jedoch nicht wirklich praktikabel ist (vor allem nicht bei dem Matschwetter in Deutschland), wird die Heufütterung meist durch engmaschige Heunetze gelöst oder spezielle Raufen, die ein langsames Fressen fördern.

Paddock Trail Heufressen

Die Idee des Paddock Trail ist noch sehr in der Entwicklung. Die ersten Ställe entstanden 2006. Auch Jamie Jackson fordert in seinem Buch zum Experimentieren auf und bittet um Erfahrungsberichte.

Noch eine Sache zum Verständnis: Jamie Jackson nennt sein Konzept in den USA Paddock Paradise. Im europäischen Raum gab es jedoch Unstimmigkeiten um die Namensrechte. Aus diesem Grund hat sich in Deutschland der Begriff Paddock Trail etabliert.

Vorteile einer Haltung im Paddock Trail gegenüber anderen Offenstall – Konzepten:

  • Die Pferde können sich auf dem Paddock Trail wunderbar aus dem Weg gehen. Es gibt keinen unmittelbaren "Konfrontationsdruck", wie auf einem rechteckigen Paddock. Es geht ​sehr friedlich zu. Rangniedere Pferde kommen nach unserer Erfahrung in dieser Haltungsform am besten zurecht.
  • Maximale Weglängen zur Bewegung vor allem auch in den Monaten ohne Weide. Man hat damit optimale Voraussetzungen, ​damit die Pferde möglichst viele Kilometer jeden Tag laufen.
  • Die Pferde können nach ihrem eigenen Rhythmus leben, es gibt hier keine „Vorgaben“ durch Fütterungstechnik.
  • Die Pferde können gemeinsam fressen und sich gleichzeitig auch aus dem Weg gehen, wenn sie sich nicht so gut vertragen.

Mögliche Nachteile, Probleme im ​Paddock Trail?

  • Da das Füttern von Kraftfutter ​ist per Hand relativ aufwendig. Daher wird meistens nur eine Mahlzeit pro Tag gegeben. ​Bei "normal genutzten" Pferden reicht das vollkommen aus. Für Pferde mit einem Bedarf von mehr als 2 kg Kraftfutter ist es jedoch ungünstig.​
  • Die Heu ad libitum Fütterung funktioniert nur wirklich gut, wenn das Heu nicht zu zuckerreich ist. Bei dem leider oft „üblichen“ Kuhheu, werden ​viele Pferde zu dick.
  • Die verteilte Heufütterung auf dem Track in Raufen oder Netzen führt zwar dazu, dass auch rangniedere Pferde immer einen Futterplatz finden. Je nach Herdenzusammensetzung und Verteilung der Futterstellen kann es aber auch dazu kommen, dass die Pferde geschlossen an einer Futterstelle bleiben (weil eben die Herde gerne zusammen bleiben möchte) und dort dann nur die ranghohen Pferde zum Zug kommen.