Offenstallwissen

Offenstallwissen

​Kamera-Beobachtungen in der ​Diätgruppe

Veterinäramt Hannover fördert Offenstallhaltung

​Veröffentlicht am ​​​​​​​29.​​​​​3.201​​​​​3

Diese Woche haben wir in unserer Diätgruppe begonnen, die beiden Unterstände per Kamera zu beobachten. Zunächst wieder zu den Gegebenheiten:


Die Gruppe besteht aktuell aus 10 Pferden. Das sind …


  • ein Isländerwallach
  • zwei ranghohe Stuten, beide ein wenig als Einzelgänger unterwegs
  • eine junge PRE-Stute, die jedem Ärger lieber aus dem Weg geht
  • eine alte Araber-Stute mit Bewegungseinschränkungen, rangniedrig und oft zickig. Man hat den Eindruck, dass sie etwas aggressiv ist aus der Angst heraus, dass sie sich nicht mehr besonders gut verteidigen kann
  • eine alte Warmblut-Stute
  • 4 „mittelalte“ Stuten, alle irgendwo rangmittig und in der Herde unauffällig

Die Pferde haben zwei Unterstände, die über Eck liegen. Einer ist Richtung Süden geöffnet, der andere Richtung Osten. Beide Unterstände zusammen haben eine Fläche von 127 m². In jedem Unterstand gibt es eine Fläche, die mit weichen Softbetten (Gummimatten mit dicker Schaumstofffüllung) ausgelegt ist (ca. 50m²) und noch jeweils eine Strohecke, die als Toilette gedacht war (ca. 20 m²).

Zu unseren Beobachtungen:

​Strohecken werden in dieser Gruppe ausschließlich zum Fressen genutzt. Direkt nach dem Einstreuen entsteht ziemliche Unruhe, da für die „Diätpferde“ das Stroh als Nahrungsmittel eine größere Bedeutung hat. Gepinkelt wird dafür dann auf den Matten. Der Unterstand wird erst zum Liegen genutzt, wenn das Stroh weggefressen ist. Dann stehen und liegen die Pferd gerne auf den Matten. Man hat im „Südunterstand“ den Eindruck, dass die Mattenfläche zu klein ist.

Kamera-Beobachtung Offenstall
Kamera-Beobachtung Offenstall

Überraschenderweise lag der Isländerwallach, von dem ich gedacht habe, dass er vorwiegend draußen schläft, jede Nacht mehrfach im Süd-Unterstand, sehr entspannt, auch öfters völlig flach. Die vier „mittelalten“ Stuten lagen ebenfalls alle jede Nacht mindestens einmal, oft zu zweit, manchmal auch alleine. Und zu meiner großen Freude lag auch die alte Araberstute jede Nacht, oft sogar mehrfach.


Die beiden ranghohen Stuten und die junge PRE-Stute lagen alle drei in den drei Tagen nur einmal im „Süd-Unterstand“. Dabei hatten sie jeweils die Mattenfläche für sich. Möglicherweise lagen diese Pferde so selten, weil sie mehr Platz benötigen und diesen auf der relativ kleinen Mattenfläche in diesem Unterstand nicht öfters gefunden haben. Das einzige Pferd, welches gar nicht liegend zu sehen war, ist die alte Warmblutstute.

Kamera-Beobachtung Offenstall
Kamera-Beobachtung Offenstall
Kamera-Beobachtung Offenstall
Kamera-Beobachtung Offenstall

Eine etwas beunruhigende Beobachtung gab es noch bei einer der „mittelalten“ Stuten. Diese hat sich einmal nicht „normal“ hingelegt, sondern fiel ohne sichtbaren Grund einfach um. Ob es hier neurologische Störungen gibt? Die Stute war anschließend wieder vollkommen unauffällig, hat sich auch in einer anderen Nacht ganz normal hingelegt.


Update 2018: Ich bin inzwischen überzeugt, dass diese Stute ​längere Zeit nicht ​zum Liegen gekommen ist (entweder wegen der Platzverhältnisse oder eventuell auch aufgrund ihrer Rückenprobleme) und hier kollabiert, weil sie in eine REM-Schlafphase fällt. Dieses ist ein Problem, was in Offenställen bei rangniedrigen Pferden vermutlich leider öfters vorkommt als es allgemein bekannt ist.

Kamera-Beobachtungen im Offenstall
Kamera-Beobachtungen im Offenstall

Die zeitgleichen Aufnahmen in dem zweiten Unterstand sind leider nicht besonders aussagekräftig. Die Kamera-Einstellung war zu schräg, so dass nur ein Ausschnitt sichtbar ist. In den drei Tagen konnten wir nur zwei liegende Pferde in diesem Ausschnitt sehen. Es könnte jedoch sein, dass im linken Teil noch weitere Pferde lagen.


Fazit aus den bisherigen Beobachtungen:

  • Das Stroh in den Unterständen führt zu viel Unruhe. Es wäre besser eine Strohraufe draußen aufzustellen und in den Unterständen auf Stroh ganz zu verzichten.
  • Die Softbetten werden als Untergrund gut angenommen.
  • Es wäre schön, wenn die Liegefläche im „Südunterstand“ größer wäre.


Update 2018: Die Liegeflächen wurden inzwischen deutlich vergrößert



​Kamera-Beobachtungen in der ​Diätgruppe

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​Veröffentlicht am ​​​​​​​29.​​​​​3.201​​​​​3

Diese Woche haben wir in unserer Diätgruppe begonnen, die beiden Unterstände per Kamera zu beobachten. Zunächst wieder zu den Gegebenheiten:


Die Gruppe besteht aktuell aus 10 Pferden. Das sind …


  • ein Isländerwallach
  • zwei ranghohe Stuten, beide ein wenig als Einzelgänger unterwegs
  • eine junge PRE-Stute, die jedem Ärger lieber aus dem Weg geht
  • eine alte Araber-Stute mit Bewegungseinschränkungen, rangniedrig und oft zickig. Man hat den Eindruck, dass sie etwas aggressiv ist aus der Angst heraus, dass sie sich nicht mehr besonders gut verteidigen kann
  • eine alte Warmblut-Stute
  • 4 „mittelalte“ Stuten, alle irgendwo rangmittig und in der Herde unauffällig

Die Pferde haben zwei Unterstände, die über Eck liegen. Einer ist Richtung Süden geöffnet, der andere Richtung Osten. Beide Unterstände zusammen haben eine Fläche von 127 m². In jedem Unterstand gibt es eine Fläche, die mit weichen Softbetten (Gummimatten mit dicker Schaumstofffüllung) ausgelegt ist (ca. 50m²) und noch jeweils eine Strohecke, die als Toilette gedacht war (ca. 20 m²).

Zu unseren Beobachtungen:

​Strohecken werden in dieser Gruppe ausschließlich zum Fressen genutzt. Direkt nach dem Einstreuen entsteht ziemliche Unruhe, da für die „Diätpferde“ das Stroh als Nahrungsmittel eine größere Bedeutung hat. Gepinkelt wird dafür dann auf den Matten. Der Unterstand wird erst zum Liegen genutzt, wenn das Stroh weggefressen ist. Dann stehen und liegen die Pferd gerne auf den Matten. Man hat im „Südunterstand“ den Eindruck, dass die Mattenfläche zu klein ist.

Kamera-Beobachtung Offenstall
Kamera-Beobachtung Offenstall

Überraschenderweise lag der Isländerwallach, von dem ich gedacht habe, dass er vorwiegend draußen schläft, jede Nacht mehrfach im Süd-Unterstand, sehr entspannt, auch öfters völlig flach. Die vier „mittelalten“ Stuten lagen ebenfalls alle jede Nacht mindestens einmal, oft zu zweit, manchmal auch alleine. Und zu meiner großen Freude lag auch die alte Araberstute jede Nacht, oft sogar mehrfach.


Die beiden ranghohen Stuten und die junge PRE-Stute lagen alle drei in den drei Tagen nur einmal im „Süd-Unterstand“. Dabei hatten sie jeweils die Mattenfläche für sich. Möglicherweise lagen diese Pferde so selten, weil sie mehr Platz benötigen und diesen auf der relativ kleinen Mattenfläche in diesem Unterstand nicht öfters gefunden haben. Das einzige Pferd, welches gar nicht liegend zu sehen war, ist die alte Warmblutstute.

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Update 2018: Ich bin inzwischen überzeugt, dass diese Stute ​längere Zeit nicht ​zum Liegen gekommen ist (entweder wegen der Platzverhältnisse oder eventuell auch aufgrund ihrer Rückenprobleme) und hier kollabiert, weil sie in eine REM-Schlafphase fällt. Dieses ist ein Problem, was in Offenställen bei rangniedrigen Pferden vermutlich leider öfters vorkommt als es allgemein bekannt ist.

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  • Es wäre schön, wenn die Liegefläche im „Südunterstand“ größer wäre.


Update 2018: Die Liegeflächen wurden inzwischen deutlich vergrößert


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Dr. Tanja Romanazzi

Wallrodaer Str. 13

01900 Großröhrsdorf

​T. 035952 28098

F. 035952 28096

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