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Offenstallkonzept: Paddock Trail

Paddock Trail bzw. Paddock Paradise

Paddock Trail nennt sich eine Offenstall – Variante aus Amerika, die der ehemalige Hufschmied Jamie Jackson entwickelt hat. Er beobachtete über mehrere Jahre Wildpferde in Nevada und folgte ihnen auf ihren Wanderungen. Er war fasziniert von deren Gesundheit, besonders natürlich von der guten Hufqualität, und versuchte seine Beobachtungen so weit wie möglich auf die Haltung unserer Hauspferde zu übertragen.

Wie sieht ein Paddock Trail aus?

Das Kernelement des Paddock Trail ist ein sogenannter Track (quasi ein Pfad), der als 3m-5m breiter Streifen außen um die verfügbare Fläche geführt wird. Er simuliert die Wanderrouten der Wildpferde. Auf dem Track finden die Pferde in möglichst verteilter und vielfältiger Form alles vor, was sie brauchen: Heu, Mineralsteine, Wasser, Unterstand, Wälzplätze.

Für eine optimale Hufbeschaffenheit (passendes Wachstum und angemessener Abrieb) ist es wünschenswert, dass es möglichst unterschiedliche Böden auf dem Track gibt und vor allem auch die Untergründe, auf denen die Pferde geritten werden sollen. Wenn man also häufig auf Schotterwegen ausreiten möchte, sollte es auch auf dem Track einen Abschnitt mit so einem Boden geben.

Auch Steigungen und Gefälle, Steine oder Büsche sind eine Bereicherung für diese Offenstall Variante, da sie die Pferde fordern und für mehr Abwechslung sorgen.

Das Heu sollte an möglichst vielen Stellen angeboten werden, da es den Hauptanreiz für Bewegung liefert. Jackson schlug vor, viele kleine Minihaufen auf dem Track zu verteilen. Da das jedoch nicht wirklich praktikabel ist (vor allem nicht bei dem Matschwetter in Deutschland), wird die Heufütterung meist durch engmaschige Heunetze gelöst oder spezielle Raufen, die ein langsames Fressen fördern.

Die Idee des Paddock Trail ist noch sehr in der Entwicklung. Die ersten Ställe entstanden 2006. Auch Jamie Jackson fordert in seinem Buch zum Experimentieren auf und bittet um Erfahrungsberichte.

Noch eine Sache zum Verständnis: Jamie Jackson nennt sein Konzept in den USA Paddock Paradise. Im europäischen Raum gab es jedoch Unstimmigkeiten um die Namensrechte. Aus diesem Grund hat sich in Deutschland der Begriff Paddock Trail etabliert.

Vorteile eine Haltung im Paddock Trail gegenüber anderen Offenstall – Konzepten:

  • Die Pferde können sich auf dem Paddock Trail wunderbar aus dem Weg gehen. Es geht somit sehr friedlich zu. Rangniedere Pferde kommen nach unserer Erfahrung in dieser Haltungsform am besten zurecht.
  • Maximale Weglängen zur Bewegung vor allem auch in den Monaten ohne Weide.
  • Die Pferde können nach ihrem eigenen Rhythmus leben, keine „Vorgaben“ durch Fütterungstechnik
  • Gemeinsames Fressen

Nachteile, Probleme im Paddock Trail?

  • Da das Füttern von Kraftfutter relativ aufwendig ist (alle Pferde einfangen und anbinden oder Eimer umhängen), füttern wir nur eine Mahlzeit am Tag. Der Pferdebesitzer kann natürlich zusätzlich füttern. Dennoch ist diese Form der Haltung für Pferde, die mehr als 2kg Kraftfutter pro Tag bekommen sollen, aus diesem Grund ungünstig.
  • Die Heu ad libitum Fütterung funktioniert nur wirklich gut, wenn das Heu nicht zu zuckerreich ist. Bei dem leider oft „üblichen“ Kuhheu, werden einige Pferde zu dick.
  • Die verteilte Heufütterung auf dem Track in Raufen oder Netzen führt zwar dazu, dass auch rangniedere Pferde immer einen Futterplatz finden. Je nach Herdenzusammensetzung und Verteilung der Futterstellen kann es aber auch dazu kommen, dass die Pferde geschlossen an einer Futterstelle bleiben (weil eben die Herde gerne zusammen bleiben möchte) und dort dann nur die ranghohen Pferde zu Zug kommen.

Und hier nun zwei Beispiele vom Gut Heinrichshof: Paddock Trail 1 und Paddock Trail 2

Hier sehen Sie noch zwei Bücher speziell zu der Pferdehaltung im Paddock Trail:

Interessante Links zum Thema Paddock Paradise / Paddock Trail

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Geschrieben von Dr. Tanja Romanazzi - der Autorin dieser Webseite.

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DIE AUTORIN

Offenstall Autorin

Tanja Romanazzi, Jahrgang 1970, Studium der Naturwissenschaftlichen Informatik, Fachrichtung Physik, Promotion im Bereich Multimediatechnik.

Nach der Geburt der ersten Tochter, im Jahr 2000, Aufbau einer Reitanlage in der Nähe von Dresden mit inzwischen über 70 Pferden, über 25 Jahre Erfahrung mit eigenen und fremden Pferden, Turniersport (Dressur) bis zur schweren Klasse, Fohlenaufzucht.

Ausbildung zur Tierheilpraktikerin am BTB (Bildungswerk für therapeutische Berufe), REIKI (Grad I) und 3-jähriges Studium an der deutschen Radionikschule.


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